Was sollten Kinder über Datenschutz wissen?

Wenn Kinder mit ihrem Handy im Internet unterwegs sind, möchten sie sich in erster Linie mit ihren Freunden austauschen. Das Thema Datenschutz klingt da schnell uninteressant und spießig. Und doch: Um online sicher navigieren zu können, sollten Heranwachsende über die wichtigsten Themen Bescheid wissen. handyflash erklärt, welche Punkte von Bedeutung sind.

Datenschutz ist notwendig

Wer im Internet surft, hinterlässt automatisch Spuren. Man kann jedoch beeinflussen, wie groß sie sind. Es empfiehlt sich daher immer, mit personenbezogenen Daten wie Name, Handynummer und E-Mail-Adresse so sparsam wie möglich umzugehen – denn sie können leicht in die falschen Hände geraten:

  • Große Firmen verdienen beispielsweise Geld, indem sie Daten weiterverkaufen.
  • Betrüger könnten die Daten nutzen, um etwa im Namen einer anderen Person Verträge abzuschließen.
  • Auch Personen aus dem eigenen Umfeld, zum Beispiel Schulfreunde, gehen nicht immer sorgsam mit Daten um und verbreiten sie schlimmstenfalls ungewollt weiter.

Weil also niemand weiß, wo die eigenen Daten letztendlich landen könnten, sollte man im Internet grundsätzlich so wenig wie möglich über sich verraten. Das gilt natürlich vor allem für wichtige Daten wie den realen Namen und die E-Mail-Adresse. Aber auch vermeintlich unwichtige Dinge wie die Lieblings-Fußballmannschaft sollte dein Kind besser für sich behalten, um sich weniger angreifbar zu machen.

Daten die Kinder bereits im Internet hinterlegt haben

Das Recht auf Datenschutz ist gesetzlich verankert

In Deutschland existieren Gesetze, die jedem Bürger Datenschutz garantieren. So ist zum Beispiel geregelt, dass personenbezogene Daten nicht ohne die Zustimmung der Person weitergegeben werden dürfen. Ist dein Kind zum Beispiel auf einem Foto zu sehen, das ein Freund von ihm aufgenommen hat, so hat es das Recht am eigenen Bild – das Foto darf nicht einfach weiterverbreitet werden.

Es ist also sinnvoll, wenn du dich mit deinem Kind regelmäßig über die Inhalte austauschst, die es weiterverbreitet – und natürlich über seine Rechte und Pflichten. Denn das Recht, das es selbst in Anspruch nehmen darf, gilt natürlich auch für andere. Auch sollten Eltern keine Fotos ihrer Kinder in sozialen Netzwerken veröffentlichen – und wenn doch, nur nach deren ausdrücklicher Zustimmung.

Man hinterlässt auch ungewollt Daten

Auch wenn dein Kind alles für den Datenschutz tut, ist es wahrscheinlich, dass es trotzdem ungewollt Daten weitergibt. Betriebssysteme sind zum Beispiel bekannt dafür, mehr Daten zu sammeln, als es eigentlich nötig wäre. Besonders beim Einrichten eines Computers oder Smartphones sollte man daher darauf achten, Einstellungen individuell anzupassen und nicht automatisch allen Vorgaben zuzustimmen.

Ähnlich sieht es bei Handy-Apps aus: Vor allem kostenlose Anwendungen erfassen oft viele Informationen über den Nutzer. Vor der Installation sollten Eltern daher mit ihren Kindern überlegen, ob die App wirklich gebraucht wird, und wenn nötig die App-Berechtigungen anpassen. Ein Spiel braucht zum Beispiel nicht unbedingt Zugriff auf die Kontakte. die Entsprechenden Einstellungen finden sich meist unter Einstellungen > Apps.

Kostenlose Angebote finanzieren sich mit Daten

App-Stores wirken auf den ersten Blick oft wie ein Schlaraffenland. Viele Angebote sind ohne Zuzahlung verfügbar, sodass Kinder vorschnell glauben, sie könnten ihr Smartphone ohne negative Konsequenzen kostenlos ausstatten. Doch was auf den ersten Blick unbedenklich scheint, kann im Nachhinein noch zu Problemen führen: Denn wer Dienste kostenlos nutzt, bezahlt sie indirekt mit persönlichen Daten.

Beim Surfen werden auf dem Endgerät zum Beispiel oft Cookies hinterlegt, mit deren Hilfe Unternehmen die Surfvorlieben eines Nutzers herausfinden können. Außerdem gibt es E-Mail-Anbieter, die Nachrichten ihrer Kunden nach Stichwörtern durchsuchen, um ihnen anschließend passende Werbung zuzuschicken.

Kinder sollten daher über Datensparsamkeit aufgeklärt werden: Je weniger man grundsätzlich über sich preisgibt und je weniger kostenlose Angebote man nutzt, desto besser sind Informationen über die eigene Person geschützt. Auch sollte dein Kind wissen, woran man Werbung erkennt und dass man besser nicht daraufklickt.

Kinder und Jugendliche in den sozialen Medien

Nicknames helfen, anonym zu bleiben

Statt in Messengern, Chats und Co. den Klarnamen anzugeben, sollte Ihr Kind einen Nicknamen verwenden, um seine Daten zu schützen. Das macht Kindern oft sogar Spaß, denn mit einem passenden Namen kann es zum Beispiel seine Interessen unterstreichen und sich so zum Teil eine neue Identität verleihen. Wichtig ist dabei nur, dass persönliche Daten wie der Name und das Geburtsdatum nicht auftauchen.

Nur für eins dürfen Nicknames selbstverständlich nicht missbraucht werden: um andere zu beleidigen, sie anzugreifen oder zu mobben. Hiermit könnte dein Kind im schlimmsten Fall eine Straftat begehen.

Suchmaschinen-Einträge können entfernt werden

Um Bescheid zu wissen, wie viele Informationen über dein Kind im Internet zu finden sind, kannst du mit ihm gemeinsam seinen Namen in einer Suchmaschine eingeben. Oft findet man dabei dann Einträge, bei denen man sich zu Recht fragt, wie die Websites an die Daten gekommen sind.

Glücklicherweise kann man bei Suchmaschinen in der Regel darum bitten, diese Suchergebnisse zu entfernen. Für Google findet man zum Beispiel weiterführende Informationen unter https://support.google.com/websearch/troubleshooter/3111061?hl=de.

Der “Filter im Kopf” ist der beste Schutz

Im Internet ist es fast unmöglich, keine Daten von sich preiszugeben. Du solltest also mit deinem Kind darüber sprechen, welche persönlichen Inhalte weitergegeben werden können.

Anteil Smartphone Nutzer unter Kindern & Jugendlichen

Die folgenden Punkte können euch bei der Entscheidung helfen:

  • Wie will ich wahrgenommen werden? Das Internet vergisst nichts. Bilder von Partys können auch Personen zugänglich sein, die sie nicht sehen sollten – zum Beispiel dem späteren Arbeitgeber und anderen Familienmitgliedern.
  • Ist der Inhalt freizügig, peinlich oder beleidigend? Abwertende Kommentare haben im persönlichen Austausch, aber auch im Internet nichts zu suchen. Genauso verhält es sich mit beschämenden oder freizügigen Fotos. Grundsätzlich gilt: Je mehr Aufmerksamkeit ein Inhalt auf sich zieht, desto wahrscheinlicher ist es, dass er weitergeleitet wird.
  • Welche Daten muss ich wirklich angeben? Bei Registrierungen müssen oft nicht alle persönlichen Daten eingegeben werden, auch wenn es ein Feld dafür gibt.
  • Kann ich Privatsphäre-Einstellungen anpassen? In sozialen Netzwerken, aber auch bei Apps kann der Nutzer teilweise einstellen, auf welche Daten andere Nutzer zugreifen können. Außerdem kann dein Kind manchmal einsehen, wie sein Profil für eine andere Person aussieht: Bei Facebook gibt es zum Beispiel die Option “Anzeigen aus der Sicht von …".
  • Könnten meine Freunde Daten weitergeben? Daten werden nicht nur von Unternehmen ausgewertet und weiterverbreitet, auch die eigenen Freunde könnten das tun. Die Kontakte deines Kindes sollten deshalb informiert sein, dass Fotos und Nachrichten nicht einfach geteilt werden dürfen.
  • Muss das Foto wirklich sofort veröffentlicht werden? Besonders Jugendliche wollen ihre Freunde jederzeit an ihrem Leben teilhaben lassen. Fotos, die aus einer spontanen Situation entstanden sind, werden daher oft vorschnell versendet. Das Problem: Auch diese Bilder bleiben online und auf anderen Geräten gespeichert. Besprich mit deinem Kind daher, dass nicht alle Fotos gedankenlos sofort geteilt werden müssen.

Wenn Datenmissbrauch geschieht, sollte man etwas tun

Auch bei allen Vorsichtsmaßnahmen kann es passieren, dass die Daten deines Kindes missbraucht werden. Erfährt es, dass ungewünschte Informationen, Fotos oder andere Daten im Netz oder auf den Geräten von Bekannten gespeichert sind, solltet ihr zunächst gemeinsam darüber sprechen. Eine verständnisvolle Unterhaltung ist dabei immer besser als Ermahnungen.

Um die Daten wieder zu entfernen, kannst du zusammen mit deinem Kind folgendermaßen vorgehen: Bittet zunächst die entsprechende Person oder den Betreiber der Website schriftlich, den Inhalt zu entfernen. Ändert sich danach nichts, könnt ihr im nächsten Schritt einen Anwalt mit einbeziehen. Weitere kompetente Ansprechpartner kann die Datenschutzaufsichtsbehörde des Bundeslandes vermitteln. Ist der Inhalt besonders problematisch und muss er schnell entfernt werden, solltet ihr auch zur Polizei gehen.

*) Alle Preise sind Endpreise, inkl. der gesetzlichen MwSt und ggfls. zuzüglich Versandkosten.

*1) Preis nur gültig bei gleichzeitigem Abschluss des jeweils angegebenen Vertrags. Es entstehen weitere Kosten durch den Vertrag (Grundgebühr, gegebenenfalls Hardwarezuschlag und/oder Anschlussgebühr). Die Kosten können Sie durch Klick auf Details einsehen. Alle Preise inkl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer zuzüglich gegebenenfalls Versandkosten und Zahlmethodekosten. Die Auslieferung der bestellten Waren erfolgt in Verbindung mit Verträgen ausnahmslos an die Meldeadresse des Antragsstellers. Eventuelle einmalige Endkunden-Auszahlungen erfolgen innerhalb von 6-8 Wochen nach Aktivierung des Vertrages auf das Girokonto des Antragstellers. Alle Endgeräte aus unserem Sortiment stammen entweder aus Deutschland oder einem anderen Europäischen Land. Die technischen Spezifikationen und Garantie/Gewährleistungsbedingungen sind unabhängig vom Hersteller-Land identisch. Alle Endgeräte haben eine vorinstallierte deutsche Menüsprache, welche gegebenenfalls nicht vorausgewählt ist. Wenn dem Lieferumfang des Endgerätes kein für den deutschen Markt passender Stromadapter beiliegt, erhalten Sie diesen zusätzlich von uns geliefert. Wenn dem Gerät keine deutsche Bedienungsanleitung beiliegt, dann können Sie diese auf der Website des Herstellers einsehen/ausdrucken.