WayGuard: Wie uns eine App gegen die Angst hilft

WayGuard App gegen die Angst
Manchmal haben wir nachts ein ungutes Gefühl, wenn wir unterwegs sind.
  • Vor allem, wenn wir nachts ohne Begleitung unterwegs sind, fühlen wir uns oft unwohl.
  • Apps können dabei helfen, die Angst zu bekämpfen und sorgen im Notfall für schnelle Hilfe.
  • Die App WayGuard wird von der AXA angeboten und hat inzwischen 260.000 Nutzer.

Nachts sind vor allem Frauen ungern alleine draußen unterwegs. Das sichere Geleit nach Hause bieten verschiedene Apps an – beispielsweise WayGuard. Damit bekämpfen sie nicht nur das Angstgefühl, sondern sorgen auch im Notfall für Hilfe.

Hohe Alarmbereitschaft in der Nacht

Die Gefahr ist nicht die Dunkelheit, sondern das, was sich im Schatten verstecken könnte. Für uns Menschen ist es vollkommen normal, sich im Dunkeln unwohl zu fühlen. Im Gegensatz zu manchem Tier können wir uns nachts nicht auf unsere Augen verlassen. Stattdessen schärfen sich andere Sinne wie das Gehör. Wir sind in Alarmbereitschaft. Insbesondere Frauen fühlen sich in den Abendstunden oder gar nachts häufig nicht sicher, wenn sie außer Haus sind. Das gilt jedoch auch für manchen Mann – nicht ganz zu Unrecht.

Von Übergriffen und Überfällen lesen und hören wir täglich in den Nachrichten. Und nicht selten finden sie am Wochenende und in der Nacht statt. Wir malen uns aus, dass in diesen Zeiten, in denen wenig Menschen auf den Straßen sind, Einzelpersonen leichte Beute sind. Unser Smartphone kann uns dabei helfen, die aus dem Wissen resultierende Angst zu überbrücken.

Ehrenamtliche Hilfe: Heimwegtelefon und Co.

Ehrenamtliche Angebote wie das Heimwegtelefon gibt es bereits eine Weile. Vor ein paar Jahren kamen verschiedene Apps dazu, die ähnlich funktionieren: Wer auswärts ist und sich unwohl oder gar verfolgt fühlt, tritt telefonisch mit Begleitpersonen in Kontakt und spricht mit ihnen, bis er sicher zu Hause angekommen ist.

Dabei wird auf die eine oder andere Weise immer wieder der aktuelle Standort durchgegeben, damit die Person am anderen Ende der Leitung weiß, wo der Anrufer sich befindet. Kommt es tatsächlich zu Notfällen, kann so schnellstmöglich die Polizei kontaktiert werden. Anwendungen wie WayGuard der AXA-Versicherung greifen via GPS auf die Position zu und es kann via Knopfdruck ein Notruf ausgesandt werden.

Für ein sicheres Gefühl

Wer sich regelmäßig ängstlich auf der Straße umsieht und bei jedem bewegten Schatten zusammenzuckt, vermittelt ein gefährliches Bild. Er oder sie stellt sich damit als potenzielles Opfer dar und macht sich zur leichteren Beute für Kriminelle. Ein selbstbewusstes Auftreten hingegen soll erwiesenermaßen für weniger Übergriffe sorgen. Niemand, der keinen persönlichen Groll hegt, greift jemanden an, den er als würdigen Gegner wahrnimmt. Und genau hier setzen auch entsprechende Hilfsangebote an.

In erster Linie ist ihre Funktion nämlich genau das: Sicherheit zu vermitteln. Wer telefoniert, wird tendenziell weniger als Opfer wahrgenommen. Zudem stärkt es das Gefühl, in Sicherheit zu sein und erlaubt ein sichereres Auftreten. Oftmals reicht es auch schon, mit Freunden oder Verwandten zu telefonieren. Das Gefühl ist dasselbe, insbesondere dann, wenn man ungern mit Fremden spricht. Das Problem: Nicht jeder ist immer erreichbar. Und zu nächtlicher Stunde wollen wir ungern die Liebsten aus dem Bett klingeln. Anja Kroll, Pressesprecherin Corporate/Innovation von AXA, hat uns verraten, dass die Kernzeit der App-Nutzung am Wochenende zwischen 17 Uhr und 2 Uhr nachts liegt – besonders im Winter, wo es früher dunkel wird.

Exempel: WayGuard

So funktioniert WayGuard

Nach der Registrierung bei WayGuard kann der Nutzer sein GPS einschalten. So wird die Strecke, die er zurücklegt, live verfolgt. Es ist möglich, Bekannte, Freunde und Familienmitglieder zu der Anwendung einzuladen und mit ihnen auf dem Heimweg über die App zu kommunizieren. Die Person kann mitverfolgen, wo der Anrufer sich befindet. Erlaubt die Uhrzeit dies beispielsweise nicht, können Unsichere alternativ das WayGuard-Team kontaktieren. Die Begleiter verwickeln den Nutzer in ein Gespräch, das von der Angst ablenken soll. Sollte es notwendig sein, können entsprechende Begleiter auch einen Notruf mitsamt der GPS-Position aussenden. WayGuard führt eine zertifizierte Service- und Notrufleitstelle. Über den Button „Bin angekommen“ wird die App-Begleitung beendet. Übrigens: Mit via Begleitanfrage eingeladenen Freunden oder Familienmitgliedern kann der Nutzer auch chatten. Die wiederum können falls nötig ebenfalls einen Notruf absetzen. Mit dem Team der App hingegen sind bislang nur Telefonate möglich.

Bisher nutzen rund 260.000 Menschen die App und sie bringt eine Menge positiver Bewertungen mit. Die vereinzelten Kritiken beziehen sich vor allem auf technische Probleme bei der Anmeldung oder bezüglich des GPS-Signals. Zudem gilt: Die App kann nur so gut sein, wie es die Zuverlässigkeit des eigenen Handys und die Datenverbindung erlauben.

Virtuelle Begleitung häufiger genutzt

WayGuard ist sicherlich eine der größten Apps ihrer Art. Sehen wir uns genauere Zahlen an: Laut Anja Kroll finden im Winter rund 14.000 Begleitungen im Monat statt – virtuell wie telefonisch. Im Sommer sind es nur um die 9.000, da es länger hell bleibt. Etwa 80% der Nutzer sind Frauen, ihr Durchschnittsalter liegt bei 22 Jahren. Nur ein Bruchteil der Nutzer greift auf die Möglichkeit der direkten Kommunikation mit den Begleitern zurück. Telefonate führen im Schnitt nur vier Prozent. Alleine hier zeigt sich, dass die bloße Nutzung der App und die virtuelle Wegbegleitung dabei helfen, Nutzern ein besseres Gefühl zu vermitteln. Und dass solche Apps einen deutlichen Mehrwert zu reinen Telefonangeboten bilden.

Nichtsdestoweniger haben Nutzer von WayGuard jederzeit die Möglichkeit, sich für die telefonische Begleitung zu entscheiden. Wer sich beispielsweise bei der Durchquerung eines bestimmten Streckenabschnitts unwohl fühlt, kann den Service nutzen und für 15 Minuten mit einem der Mitarbeiter sprechen. „Damit die Leitstelle genügend Kapazität hat, um in einem tatsächlichen Notfall helfen zu können“, erklärt Anja Kroll. Das Limit gilt jedoch nur dann, wenn keine Gefahrensituation vorliegt. „Die Gesprächsdauer während einer Notsituation ist nicht limitiert, WayGuard bleibt in diesem Fall so lange an der Seite, bis die Polizei/der Rettungsdienst eintrifft.“

Notfälle zum Glück eine Seltenheit

Glücklicherweise ist nicht jede Sorge begründet und nur, weil wir uns im Dunkeln unwohl fühlen, lauert nicht immer eine Gefahr hinter der nächsten Ecke. Notrufe via WayGuard gab es zwar in fast drei Jahren deutlich über 1.000, allerdings führte nur ein Bruchteil davon dazu, dass tatsächlich die Polizei oder der Notdienst eingeschaltet werden musste. In unserem Interview haben wir von Frau Kroll erfahren, dass es immer wieder Testanrufe gibt. Insgesamt führten bislang nur um die 150 Notrufe zu wirklichen Einsätzen. Ein beruhigend geringer Anteil, wenn wir uns die ausgiebige Nutzung der App vor Augen führen.

Trotzdem leisten WayGuard und andere Apps dieser Art ihren Beitrag. Für weniger Angst des Einzelnen, mehr Schutz und schnelle Hilfe, wo sie gebraucht wird.

Hier geht es zur App: