Was ist LTE?

Was ist LTE?
Was ist LTE? (#144879533 | © WrightStudio - Fotolia.com)

Viele Handytarife sind heute standardmäßig mit LTE ausgerüstet. Doch was heißt das eigentlich? Wir erklären dir, was die Abkürzung bedeutet, wie sich LTE etabliert hat und wie der Mobilfunkstandard funktioniert.

Schnell im Internet surfen – das will heute jeder. Ein Begriff, der dabei immer wieder fällt, ist LTE. Was das genau ist und für wen sich LTE lohnt, liest du in diesem Artikel.

LTE: Abkürzung und Begriffe

Die Abkürzung LTE steht für „Long Term Evolution“ und bezeichnet einen Mobilfunkstandard. Er unterscheidet sich von seinen Vorgängern UMTS und HSPA vor allem durch die Funktionsweise: Mit den älteren Standards kann auch telefoniert werden, LTE ist allerdings nur fürs Surfen gemacht. Von 4G spricht man übrigens, weil LTE ein Mobilfunkstandard der vierten Generation ist. Streng genommen handelt es sich aber um 3.9G, denn die 4G-Definitionen werden von LTE nicht vollkommen erfüllt. Mit 4G ist in Fachkreisen stattdessen die Protokollerweiterung LTE Advanced gemeint, die zu LTE abwärtskompatibel ist.

Funktionsweise und Vorteile

LTE unterscheidet sich auch in der Funktionsweise von den Vorgängern. Der Mobilfunkstandard verwendet ein UHF-Frequenzband – das heißt, er greift auf mehrere Frequenzen im mittleren bis oberen UHF-Bereich zu. Konkret handelt es sich um den Bereich von ca. 700 bis 2600 Megahertz. Während UMTS nur ein Kanalraster von 5 Megahertz nutzen konnte, verwendet LTE verschiedene skalierbare Kanalbandbreiten sowie UMTS selbst. Weil das Grundschema von 3G (UMTS) beibehalten wird, stellt auch eine Umrüstung auf 4G kein Problem dar. Heute ist LTE bereits Standardoption vieler Mobilfunktarife.

Im Vergleich mit den älteren Standards können Daten mit LTE deutlich schneller übertragen werden: Ein LTE-Datenpaket kann ungefähr mit der doppelten UMTS-Geschwindigkeit gesendet werden. Und auch die Downloadraten sind höher: Bei manchen Mobilfunkanbietern sind bereits über 300 MBit pro Sekunde möglich – UMTS schafft nur 7–40 Mbit pro Sekunde.

LTE in Deutschland

Im Vergleich mit anderen Mobilfunkstandards ist LTE in Deutschland noch ein relativ neues Phänomen. 2006 wurde der erste LTE-Emulator vorgestellt, 2007 ist in München eine erste Datenübertragung mit 108 Mbit pro Sekunde geglückt. Ursprünglich war LTE als DSL-Ersatz in ländlichen Gebieten gedacht, doch im Jahr 2008 wurde bereits die erste Ende-zu-Ende-Verbindung auf Mobilgeräten hergestellt. Danach folgten weitere Versuche und Tests.

Nachdem der Standard 2009 in Deutschland eingeführt werden sollte, war es dann 2010 soweit: In Kyritz in Brandenburg wurde am 30. August 2010 der erste LTE-Mast von der Deutschen Telekom in Betrieb genommen. Die ersten Großstädte, in denen LTE eingeführt wurde, waren Köln (Juli 2011) und Düsseldorf (September 2011). Seitdem wird der Ausbau des LTE-Netzes immer weiter vorangetrieben.

Verschiedene Übertragungsraten

Wenn es um konkrete Handytarife geht, sind die Downloadraten interessant, die oben bereits erwähnt wurden. Denn LTE ist nicht gleich LTE. Bei einem genaueren Blick in die Tarifdetails fällt auf, dass es bei der tatsächlichen Surfgeschwindigkeit deutliche Unterschiede gibt. Während man bei manchen Providern mit 21,6 MBit pro Sekunde surft, sind es zum Beispiel bei der Deutschen Telekom bis zu 300 MBit pro Sekunde. Ein Blick in das Kleingedruckte lohnt sich also, um die wirkliche Geschwindigkeit herauszufinden. Außerdem sollte beachtet werden, dass Netzverfügbarkeit und Hardware für die Geschwindigkeit ebenso eine Rolle spielen.

Für wen lohnt sich LTE?

Ob LTE im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein wichtiger ist zum Beispiel die  Handynutzung. Surfen, Chatten und Mails checken sind natürlich auch mit den anderen Mobilfunkstandards problemlos möglich. LTE mit bis zu 21,6 MBit pro Sekunde sorgt allerdings dafür, dass alles etwas schneller und flüssiger läuft.

Wenn Serien und Filme gestreamt und Internettelefonie genutzt werden, ist LTE auf jeden Fall sinnvoll. Bis zu 50 MBit pro Sekunde stellen sicher, dass nichts ruckelt. Absoluter Luxus sind natürlich Geschwindigkeiten von bis zu 300 MBit pro Sekunde. Sie sind dann perfekt, wenn nicht immer WLAN verfügbar ist und Online-Games zum Alltag des Nutzers gehören.

Auch der Wohnort kann bei der Wahl von LTE eine Rolle spielen. Die verschiedenen Mobilfunkstandards ergänzen sich zwar gegenseitig, LTE ist aber nur zum Surfen da. Das heißt: Wer in einer ländlichen Region wohnt und schlechten Handyempfang hat, sollte teste, ob LTE trotzdem und vielleicht sogar in besserer Qualität verfügbar ist. Hier lohnt es sich, verschiedene Mobilfunkanbieter zu vergleichen.

In allen Fällen sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das Endgerät LTE-fähig ist. Denn der beste Tarif nützt nichts, wenn die Hardware-Voraussetzungen fehlen.

LTE als Standardleistung

Ob LTE wirklich benötigt wird, muss individuell entschieden werden. Doch in den meisten Fällen ist das auch gar nicht nötig – denn viele Provider haben LTE mittlerweile als Standard in ihre Tarife integriert. Das bedeutet: In der Grundgebühr ist die LTE-Nutzung bereits enthalten und es werden keine Extrakosten fällig.