Handyrechnung falsch? Das kannst du jetzt tun

Wir helfen doch gerne!

Hast du erst einmal einen Tarif gefunden, der genau zu dir passt, ist doch eigentlich alles gut. Die monatliche Rechnung kommt pünktlich und der Betrag wird von deinem Konto eingezogen. Auch wenn Vertrauen gut ist, ist Kontrolle manchmal besser. Denn selbst die professionellen Systeme der großen Anbieter können mal Fehler machen. Dann ist die Handyrechnung eventuell zu hoch und du solltest aktiv werden, damit du nicht zu viel bezahlst.

Prüfe deine Handyrechnung

Bei den meisten Laufzeitverträgen gibt es eine festgelegte Grundgebühr zzgl. Mehrwertsteuer. Wenn deine Rechnung höher ausfällt als dieser Betrag beschreibt, solltest du genauer hinsehen. Sind besondere Rufnummern erwähnt? Beinhaltet die Rechnung vielleicht sonstige Zahlungen, beispielsweise aus dem Google Play Store?

Wichtig:
Sollte ein Fehler vorliegen, ist dies sicherlich keine Absicht deines Providers. Das System nimmt die Faktoren auf, die automatisiert eingespeist werden. Ein kleiner Schnittstellenfehler kann schon zu einer fehlerhaften Rechnung führen. Die Mitarbeiter deines Anbieters werden sich gerne um den Fehler kümmern. Du solltest ihnen also nicht gleich Zeter und Mordio schreien, nachdem sie dich am Telefon begrüßt haben.

Ein Einzelverbindungsnachweis kann helfen

Sollte in deiner Rechnung tatsächlich die Rede davon sein, dass spezielle Rufnummern gewählt wurden, die nicht durch deine Allnet Flat gedeckt werden, kannst du bei deinem Anbieter auch in einen Einzelverbindungsnachweis nachsehen, welche Rufnummer das war und wann sie gewählt wurde. Oftmals werden solche Telefonate einfach vergessen und erst auf der Rechnung wieder ins Gedächtnis gerufen.

Solltest du im Einzelverbindungsnachweis ein Abonnement entdecken, das du gar nicht abgeschlossen hast, teile es bitte dem Kundenservice deines Anbieters und später auch dem Verbraucherschutz mit.

Lege Widerspruch ein

Wenn die Rechnung falsch und dadurch zu hoch ist, solltest du bei deinem Anbieter Widerspruch dagegen einlegen. Du kannst die Höhe des Rechnungsbetrages innerhalb von acht Wochen nach Erhalt der Rechnung reklamieren, solltest aber trotzdem schnellstmöglich aktiv werden. Je früher der Fehler behoben wird, desto eher ist dein Kundenkonto ausgeglichen und du kannst dich wichtigeren Dingen widmen. Wenn du Widerspruch gegen eine Rechnung einlegen möchtest, solltest du dies immer schriftlich und per Einschreiben tun. So bist du auf der sicheren Seite.

Nenne im Widerspruch einfach die Rechnungsnummer, deine Kundennummer und erläutere, welche Punkte auf der Rechnung falsch sind und warum. Eine Kopie des Einzelverbindungsnachweises mit Markierung der entsprechenden Stelle kann ebenfalls nicht schaden. Setze deinem Anbieter auch ruhig eine Frist, um auf den Widerspruch zu reagieren.

Berechtigte Forderungen immer begleichen

Es ist ganz wichtig, dass du grundsätzlich deinen Verbindlichkeiten nachkommst. Wenn also schon vorher klar ist, dass du die Grundgebühr für deinen Vertrag bezahlen musst, dann solltest du diese auch fristgerecht begleichen. Du kannst lediglich bis zur Klärung den umstrittenen Teil der Rechnung einbehalten. Wenn eine Zahlung per Bankeinzug vereinbart wurde, raten wir nicht zu einer Rücklastschrift.

Meistens lassen sich die Fehler in der Rechnung auch so mit dem Kundenservice klären. Eine Rücklastschrift bedeutet oftmals auch eine Auflösung des Lastschriftmandats und deine nächste Rechnung muss manuell von dir überwiesen werden. Machst du aber deinen Anbieter auf den Fehler aufmerksam, wird dir der Differenzbetrag einfach erstattet. Das ist deutlich einfacher und unkomplizierter.

Nun ist dein Anbieter am Zug

Hast du deinen Widerspruch einmal eingelegt, muss nun dein Anbieter prüfen, ob tatsächlich ein Fehler in der Rechnung vorliegt. Taucht ein Anruf in der Rechnung auf, den du nie getätigt hast, muss dein Anbieter nun beweisen, dass es anders ist. Das funktioniert über die Überprüfung der technischen Schnittstellen. Sollten sich diese als fehlerfrei erweisen, würde auch ein Gericht davon ausgehen, dass der berechnete Anruf tatsächlich stattgefunden hat. In dem Fall wäre ein erneuter Widerspruch nahezu aussichtslos.

Nutze den Schlichtungsweg

Bist du an diesem Punkt angekommen, muss deine Handyrechnung schon sehr von der gewöhnlichen Grundgebühr abweichen. Denn ein Schlichtungsverfahren bei der Bundesnetzagentur kostet mindestens 25 Euro und richtet sich ansonsten nach dem Streitwert. Am besten ist es, genau nachzuvollziehen, ob und wie der Fehler in der Rechnung entstanden ist. Es empfiehlt sich ohnehin immer, eine gütliche Einigung mit dem Anbieter zu suchen, damit du auch in Zukunft auf eine vertrauensvolle Basis bauen kannst.

Wer ist dieser Anbieter?

Es gibt natürlich Fehler, die nicht nur innerhalb eines Rechnungsbetrages auftauchen. Manchmal ist die Rechnung selbst ein einziger Fehler, denn mit dem vermeintlich fordernden Anbieter hast du gar keinen Vertrag geschlossen. Leider sind immer wieder Spam-Mails in Umlauf, in denen von offenen Forderungen die Rede ist. Diese Mails sehen leider oft täuschend echt aus. Oft kann man sie nur an ihrer Absenderadresse oder am verdächtigen Anhang erkennen. Ist eine ZIP-Datei angehängt, kannst du schon von Spam ausgehen. Und wenn du gar keinen Vertrag mit dem vermeintlichen Absender abgeschlossen hast, kann die Mail ruhigen Gewissens im digitalen Papierkorb landen. Wichtig ist hier nur, dass du den Anhang nicht öffnest, sonst könnte es wirklich teuer werden.