Abofallen: So schützt du dich vor Abzocke

Abofallen: So schützt du dich vor Abzocke
Abofallen: So schützt du dich vor Abzocke

Es reicht schon ein unbedachtes Antippen eines Werbebanners – und schon tappst du schlimmstenfalls in eine Abofalle. Lies hier, wie du dich am besten vor Drittanbietern schützt und was du tun kannst, wenn auf deiner Handyrechnung ungewollte Abbuchungen auftauchen. Handyflash zeigt dir, worauf du achten solltest.

Ein Kunde muss erkennen können, wenn er etwas kauft – so lautet die Regelung in Deutschland. Und meist ist das auch der Fall: Die entsprechenden Buttons sind dann mit „kaufen“ oder „zahlungspflichtig bestellen“ gekennzeichnet. Doch besonders im Bereich Mobilfunk finden sich schwarze Schafe, die diese Vorgaben umgehen.

Was sind Drittanbieter?

Drittanbieter sind der häufigste Übeltäter, wenn du dir eine Abrechnung auf der Handyrechnung nicht erklären kannst. Es handelt sich dabei um von Unternehmen beauftragte Dienste, die Beträge über die reguläre Handynutzung abbuchen. Den eigentlichen „Vertrag“ hast du also mit einem Anbieter abgeschlossen, der die Abrechnung nicht eigenhändig durchführt. Auf der Rechnung wird daher nur der Drittanbieter genannt.

Wie gerät man in Abofallen und wie funktionieren sie?

Wie schon erwähnt, sind Abofallen besonders dann ein Risiko, wenn bewusst oder versehentlich ein Werbebanner angeklickt wird. Es sind aber auch Fälle publik geworden, in denen die Leidtragenden nichts angeklickt haben und trotzdem auf ominöse Websites weitergeleitet wurden – anschließend sollten sie Beträge von bis zu 9,99 Euro pro Woche zahlen.

Ein weiteres Problem ist, dass Kunden häufig gar nicht wahrnehmen, dass sie in eine Abofalle geraten sind. Auf der Rechnung findet sich nämlich oft kein Name des Abos, sondern die Worte „Drittanbieter“, „Fremdanbieter“, „Mehrwertdienste“ oder der Name einer Abrechnungsfirma.

Dass viele Kunden nicht über die Abofalle Bescheid wissen, liegt auch an deren Funktionsweise. Es ist oft schon dann zu spät, wenn die entsprechende Internetseite geöffnet wurde: Zeitgleich sammelt der Abo-Anbieter bereits Informationen über Rufnummer und Kunden, sodass die Zahlungsaufforderung direkt an den Provider gesendet werden kann. Selbstverständlich ist diese Vorgehensweise illegal.

Wie kann ich mich vor Abofallen schützen?

Am zuverlässigsten ist der Schutz durch eine Drittanbietersperre, denn dann kann die Nummer nicht identifiziert werden für die Abrechnung kostenpflichtiger Dienste. Laut eines Gesetzes aus dem Jahr 2012 ist jeder Mobilfunkanbieter verpflichtet, sie auf Wunsch des Kunden kostenlos einzurichten. Möchtest du die Drittanbietersperre aktivieren, kannst du dies am einfachsten über den Kundenservice deines Providers tun. Alternativ ist auch ein einfaches Schreiben ausreichend.

Doch Vorsicht: Eine Drittanbietersperre kann im Einzelfall auch Nachteile haben. Nämlich dann, wenn ein ungefährlicher Dienst ebenfalls das Bezahlen über die Mobilfunkrechnung nutzt. Hast du eine Drittanbietersperre aktiviert, müsstest du dich dann für ein anderes Zahlungsverfahren entscheiden. Wir finden allerdings, dass die Vorteile einer Drittanbietersperre deutlich überwiegen. Denn oft sind es nur kleinere Dienste mit wenigen Kunden, die WAP-Billing nutzen und über den Handyvertrag abrechnen.

Was kann ich tun, wenn ich in eine Abofalle getappt bin?

Falls schon ein Schaden durch eine Abofalle entstanden ist, solltest du zunächst deinen Mobilfunkanbieter kontaktieren und bei ihm den abgebuchten Betrag zurückfordern. Da nur er dein Vertragspartner ist und er die Forderung des Drittanbieters auf deine Rechnung gebracht hat, liegt die Zuständigkeit zunächst bei ihm.

In zwei Fällen solltest du dich allerdings direkt an den Abo-Anbieter wenden: Erstens dann, wenn der Provider deiner Forderung nicht nachkommt und zweitens, wenn zwar die Abbuchung nicht mehr auf der Rechnung auftaucht, der Abo-Anbieter aber plötzlich eigene Rechnungen schickt. Sollte das passieren, identifiziere ihn über den Drittanbieter und kündige direkt. Wichtig ist, dass du alle Schreiben als Einschreiben mit Rückschein oder als Fax mit Sendeprotokoll verschickst, denn nur so hast du im Streitfall Beweise in der Hand.