USSD-Codes: Nützliche Features deines Smartphones?

Was haben wir durch Smartphones verlernt?

Wusstest du, dass du noch nicht alle Highlights deines Smartphones kennst? Mit den sogenannten USSD-Codes kannst du schnell und einfach auf bestimmte Funktionen deines Handys zugreifen – zumindest in der Theorie. Aber wie sieht es in der Praxis aus?

Wie war das noch einmal? Wir alle kennen das Problem: Wir wollen gewisse Einstellungen ändern oder bestimmte Status auf unserem Gerät checken. Nur finden wir den entsprechenden Reiter im Menü nicht. Eine langwierige Suche beginnt, die nicht immer von Erfolg gekrönt ist und allzu bald bei Google landet. Schon gewusst, dass du einige versteckte Funktionen mit einer Kombination aus Zahlen und Zeichen per USSD-Code aufrufen kannst?

USSD – Kann man das essen?

#002#, *#06#, *#*#232338#*#*: So oder so ähnlich sehen USSD-Codes aus. Der Begriff bildet die Abkürzung für Unstructured Supplementary Service Data. Hierbei handelt es sich um Steuerbefehle aus dem GSM-Netz, die sich aus Sternen, Rauten und Ziffern zusammensetzen. Im Zeitalter des Smartphones werden sie zwar kaum noch verwendet, sind aber immer noch nutzbar und können durchaus nützlich sein. PIN ändern, Umleitungen ein- und ausschalten, Prepaid-Guthaben anzeigen oder die eigene Rufnummer abrufen. Das und vieles mehr ist über USSD-Codes möglich. Nun müsstest du nur noch wissen, welcher Code wofür steht. Während einige Codes auf jedem Smartphone funktionieren, sind andere an deinen Anbieter oder dein System gebunden.

Wichtige Android-Codes auf einen Blick

Wie so üblich, unterscheiden sich iOS und Android in den Systemfunktionen und dementsprechend auch bei den dazugehörigen Codes. Eingegeben werden sie, wie alle anderen USSD-Codes auch, im Anruffeld. Im Gegensatz zur Aktivierung mancher anderer ist das Drücken des grünen Hörers beziehungsweise des Anrufen-Buttons am Ende nicht bei jeder Kombination nötig. Zum Teil werden sie durch das letzte Anschlusszeichen aktiviert. Der Nachteil bei Android: Einige Hersteller versehen ihre Geräte mit einer eigenen Oberfläche, was dafür sorgt, dass manche Codes nur bei bestimmten Smartphones funktionieren. Hier findet ihr einige Codes, die auch für dich sinnvoll sein könnten. Hinweis: Die Kombinationen wurden mit Android Nougat auf dem HTC U11 getestet.

Diese Codes kannst du mit deinem Android-Smartphone nutzen.

iOS-Codes für dein iPhone

Auch für dein iPhone von Apple gibt es verschiedene Codes, die du nutzen kannst, um einen Status abzufragen oder Einstellungen zu ändern. Du kannst Anzeigen anpassen und sogar auf Kombinationen zugreifen, die ursprünglich für Techniker gedacht waren. Hier ist also Vorsicht geboten. Allgemein gilt: Wenn du nicht weißt, was der Code bewirkt, solltest du ihn lieber nicht testen.

Diese Kennziffern kannst du mit deinem iOS-Gerät verwenden.

Nicht blind ausprobieren

Im Netz werdet ihr noch sehr viel mehr Codes finden, mit denen ihr euer Smartphone bedienen könnt. Einige davon sind hilfreich, andere eher gefährlich. Aus diesem Grund solltest du niemals irgendwelche Codes eingeben, von denen du nicht sicher bist, was sie bringen. Zusätzlich solltest du bei der Eingabe immer bedacht handeln. Vertippst du dich, kann es sein, dass du mit Pech all deine Daten löschst, dein Gerät auf Werkszustand zurücksetzt oder es gar unbrauchbar machst. Einige der Kombinationen werden vor allem von Technikern benutzt und sollten nur dann verwendet werden, wenn du die Funktion tatsächlich erzielen willst. Daher gilt: Lieber Vorsicht als Nachsicht walten lassen.

Kritische Betrachtung: Wie sinnvoll sind die Codes wirklich?

Einige Leser mögen sicherlich die eine oder andere Option praktisch finden. Beispielsweise den Code, um die IMEI zu erfragen, wenn das Gerät eingeschickt werden muss oder die Möglichkeit des Soft-/Hard Resets des Smartphones. Auch die PIN kann über USSD geändert werden oder du kannst dein Gerät mit einer Tastenkombination abschalten. Wie sinnig diese Optionen im Alltag sind, ist allerdings fraglich. Wer möchte schon eine zehnstellige Tastenkombination eingeben, anstatt einfach den Ausschaltbutton zu drücken?

In manchen, seltenen Fällen kann die Kombination zwar eine Alternative sein, erweist sich jedoch im Alltagsgebrauch als wenig zielführend. Zudem besteht das Problem, dass viele USSD-Codes an den Mobilfunkanbieter oder dein Handyhersteller gebunden sind. Mit ##002# kannst du bei o2 vielleicht deine Mailbox abschalten, aber nicht bei anderen Anbietern. Und dann funktioniert womöglich nicht einmal jeder Code auf jedem Handy. Denn während *#*#3424#*#* bei HTC das Programm zum Funktionstest aktiviert, wird ein iPhone dir eine Fehlermeldung ausspucken. Und Achtung: Hast du noch Android Lollipop kann dein Smartphone mit der USSD-Kombination vielleicht auch nichts anfangen.

Fazit

In der Theorie mögen USSD-Codes als praktisch und nützlich erscheinen. Allerdings sind sie es in der täglichen Verwendung nur dann, wenn du weißt, welche Tastenkombi an deinem Smartphone auch funktioniert. Beim Abrufen deines Prepaid-Guthabens haben die Codes einen guten Job geleistet – als du noch Prepaid hattest. Inzwischen dürfte ein großer Teil der Kennziffern kaum noch zweckdienlich sein. Schade eigentlich. So ein Code, der dafür sorgt, dass uns morgen jemand Kaffee ans Bett bringt, fänden wir durchaus praktisch. Bevor du also stundenlang im Internet nach Codes suchst, die für dein Smartphone verwendbar sind, bemühe Google lieber um eine Anleitung, wie du was in deinen Handy-Einstellungen findest.

Quellen

Über Senta 111 Artikel

Teilzeitkreative Texterin nach dem Motto: „Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es aufgeschrieben habe?“
Ich liebe Comics & Games und bin in der Theorie ordnungsfanatisch – die Praxis sieht leider manchmal anders aus.

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