Samsung Galaxy S9 vs. iPhone X: Ein erster Vergleich

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Die Katze ist aus dem Sack. Samsung hat gestern Abend auf dem Mobile World Congress in Barcelona das Galaxy S9 offiziell vorgestellt und damit weltweit für große Augen und Euphorie gesorgt. Mit einer exzellenten Kamera, künstlicher Intelligenz und Kinosound macht das neue Flaggschiff auf sich aufmerksam.

Das Galaxy S9 nimmt mit seinen Features eindeutig den größten Konkurrenten am Markt, das Apple iPhone X, aufs Korn. Nun möchten wir noch sehen, wie das Galaxy S9 gegenüber iPhone X bestehen kann. In einem ersten Vergleich nehmen wir uns die wichtigsten Merkmale beider Geräte vor und schauen, wie sie abschneiden.

Galaxy S9 vs. iPhone X: Die Basisinfos

Preislich hat das Galaxy S9 von Samsung schon gewonnen. Mit 849 Euro für die 64 Gigabyte Variante ist das Galaxy deutlich günstiger als das iPhone X mit dem gleichen Speicherplatz, für das ihr ganze 1.149 Euro hinlegen müsst. Bei den Versionen mit je 256 Gigabyte Speicherplatz liegt der Preisunterschied sogar bei 370 Euro. Samsung hält zur Freude der Kunden weiterhin am Klinkenstecker fest, während es bei Apple erneut „nur“ den Adapter gibt, mit dem ihr wieder einen Klinkenstecker nutzen könnt.

In Deutschland wird es das Samsung Galaxy S9 in schwarz, blau und lila geben. Damit dürften die Geschmäcker weitgehend bedient sein. Das iPhone X hingegen gibt es hierzulande in Silber und grau. Die erweiterbaren Speicher lässt Apple weiterhin links liegen und ermöglicht keine Erweiterung durch microSD Karten. Bei Samsung geht das sehr wohl.

Samsung Galaxy S9 vs. Apple iPhone X: Die technischen Spezifikationen

 Samsung Galaxy S9Apple iPhone X
Maße147,7 x 68,7 x 8,5 mm143,6 x 70,9 x 7,7 mm
Gewicht163 g174 g
Akku3.000 mAh2.716 mAh
Displaygröße5,8 Zoll5,8 Zoll
DisplaytechnologieAMOLEDAMOLED
Displayauflösung2960 x 1440 Pixel (568 ppi)2436 x 1125 Pixel (458 ppi)
Auflösung Hauptkamera12 Megapixel12 Megapixel
KamerablitzLEDLED
Selfiekamera8 Megapixel7 Megapixel
OSAndroid 8.0 OreoiOS 11
ChipsatzQualcomm Snapdragon 845
Samsung Exynos 9810
Apple A11 Bionic
Kerne86
Maximale Taktung2,7 GHz2,4 GHz
Arbeitsspeicher4 GB3 GB
Interner Speicher64 GB
256 GB
64 GB
256 GB
Speicher erweiterbar?Ja, mit microSDNein
KonnektivitätHSPA, LTE, NFC, Bluetooth 5.0HSPA, LTE, NFC, Bluetooth 5.0

Eigene Emojis durch AR erstellen

Apple hat mit dem iPhone X auch die Animojis auf den Markt gebracht. Durch die AR-Funktion der Kamera könnt ihr so eigene Emojis erstellen, die eurem Gesicht nachempfunden sind. Diese könnt ihr als einfache Bilder oder auch als bewegte Emojis nutzen und als GIF exportieren. Die Animojis lassen sich zusätzlich auch via iMessage versenden.

Mit dem Galaxy S9 hat Samsung diese Technik auch für sich genutzt und bietet euch ebenfalls AR-Emojis an. Ihr könnt auch hier einen eigenen Avatar erstellen oder verschiedene Vorlagen nutzen und sie mit eurer Mimik ausstatten. Auch wenn Samsung die Funktion augenscheinlich bei Apple abgekupfert hat, gibt es beim Galaxy S9 den kleinen Vorteil, dass ihr die animierten Emojis auch für WhatsApp und Facebook nutzen könnt.

Das Design

Nun gibt es gerade beim Design sicherlich gute Argumente auf beiden Seiten. Samsung hat im Vergleich zum Galaxy S8 dem S9 nur wenige Veränderungen beschert. Das ist aus meiner persönlichen Sicht allerdings nicht weiter tragisch, da ein edler Look vorerst nicht unbedingt überarbeitet werden muss. Das gesamte Design umzukrempeln und ein Gerät jedes Jahr neu zu gestalten, ist eher ein Hobby von Apple. Und die Veränderung lohnt sich definitiv. Denn das Notch Design mit der Einbuchtung des Displays für die Kamera mag manche Menschen stören, aber dies ist sicherlich auch Geschmackssache. Ob allerdings für das andere Design gleich 300 bis 400 Euro mehr auf der Ladentheke landen müssen, bleibt fraglich.

Die Displays

Das nahezu randlose Display ist beiden Geräten vergönnt worden. Das Galaxy S9 verfügt allerdings nicht über das Notch Design. Demnach sind Selfie Kamera, LED und Hörmuschel weiterhin in einem durchgehenden, schwarzen Balken untergebracht. Hier befindet sich auch die Gesichtserkennung, die wiederum beide Geräte mitbringen. Sowohl das Galaxy S9 als auch das iPhone X nutzen für ihre Displays die OLED Technologie. Das Dual Edge Display des S9 verfügt wieder oder immer noch über die typischen Edge Funktionen. Einen so gebogenen Seitenrand besitzt das iPhone X hingegen nicht. Das Display baut auf eine innovative Gestensteuerung. Samsung verlässt sich da lieber auf die üblichen Navigationstasten, die Android von Haus aus mitbringt. Welche dieser beiden Varianten vorteilhafter ist, entscheidet sich wohl beim individuellen Nutzerverhalten.

Apple iPhone X
Apple iPhone X

In ihrer Größe nehmen sich beide Geräte nichts. Beide Displays sind 5,8 Zoll groß. Allerdings hat Samsung mit seinem Galaxy S9 bei der Auflösung leicht die Nase vorn. Das S9 löst mit 2.960 x 1.440 Pixeln auf, während das iPhone X 2.436 x 1.125 Pixel darstellt. Das ergibt ein Verhältnis der Pixeldichte von 568 zu 458 ppi. Wenn dieser Unterschied auf den ersten Blick noch nicht auffällt, wird es sicherlich die Farbdarstellung tun. Denn das Display des Samsung Galaxy S9 weist eine deutlich höhere Sättigung der Farben auf, was allerdings nachträglich auch die Leistungsdauer des Akkus beeinträchtigen könnte.

Sicherheitsfeatures

Der Fingerabdrucksensor wurde beim Galaxy S9 im Vergleicht zum Galaxy S8 aus 2017 ein wenig anders platziert. Kunden hatten sich im letzten Jahr beschwert, dass der biometrische Sensor nur schwer zu erreichen sei. Das soll beim Galaxy S9 nun anders sein. Alternativ bietet das S9 nun aber auch die Gesichtserkennung in Verbindung mit einem Iris-Scanner an. Beide zusammen sollen auch die letzten Sicherheitslücken schließen, sodass der Fingerabdrucksensor mittlerweile eher optional nutzbar ist. Apple hingegen hat den Fingerabdrucksensor komplett aus dem iPhone X verbannt und setzt ausschließlich auf die Gesichtserkennung.

Gerüchte ranken sich um das Samsung Galaxy S9, das im Frühjahr vorgestellt werden soll.
Satte Farben: Das Galaxy S9

Die Kameras im Vergleich

Das iPhone X kann dank seiner Dualkamera und True Depth auch bei schlechten Lichtverhältnissen noch exzellente Bilder aufnehmen und sogar den Bokeh Effekt nutzbar machen. Beide Objektive besitzen einen optischen Bildstabilisator, der zusätzlich die Bildqualität signifikant erhöht. Das Galaxy S9 besitzt in seiner Standardversion zwar nur ein Teleobjektiv, doch der verlustfreie Zweifach-Zoom und die verstellbare Kamerablende machen den Unterschied wieder wett. Die Blende kann mit f/1,5 so weit öffnen wie keine andere Kamera unter den Smartphones. Die Optionen der Bildnachbearbeitung machen die Kamera bei Fotoaufnahmen perfekt. Ob das Galaxy es hier aber tatsächlich schafft, die Kamera des iPhone X abzuhängen, werden spätere Tests ergeben.

Bei der Videoaufnahme jedoch hat das Galaxy S9 ganz klar die Nase vorn. Die Super Slow Motion Funktion der Kamera ermöglicht Zeitlupenaufnahmen mit 960 fps in 720p Auflösung, während sich die Zeitlupe der iPhone Kamera mit 240 fps und FullHD begnügen muss. Ob und wie unterschiedlich die normalen Videoaufnahmen hingegen ausfallen, werden die Tests ebenfalls noch zeigen müssen.
Samsung Galaxy S9 / 9+ vorbestellen

Galaxy S9 vs. iPhone X: Ein erstes Fazit

Wenn man Apple und Samsung vergleicht, vergleicht man automatisch auch iOS mit Android und Samsungs Nutzeroberfläche „Experience“. Wer einmal vorhat, ein System zu wechseln, wird sich auf viele Umstellungen vorbereiten müssen. Das gefällt nicht jedem, sodass man nach einem Wechsel unbewusst für eine Weile an das neue System gebunden ist. Denn man möchte ja nicht jedes Jahr die Musik umformatieren und die Bedienung eines Smartphones „neu erlernen“ müssen. Beide Smartphones haben ihre eigenen Vorzüge, auch wenn man den Eindruck gewinnen kann, dass Samsung unter anderem bei den AR Emojis ein wenig zu sehr über den Tellerrand geschaut hat.

Als Android-Anhänger werde ich definitiv bei Android bleiben und sehe bereits das Galaxy S9 in meinen Händen. Allein beim Preis hat Samsung alle Karten in der Hand, sind doch die technischen Grunddetails nahezu identisch. Und für einen Systemwechsel würde ich nur ungern 300 Euro mehr ausgeben, auch wenn selbst 849 Euro bereits ein Wort zum Sonntag sind.

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