Displaytypen und Auflösungen: ein Überblick

Wie groß darf ein Handydisplay sein?

AMOLED, FullHD und Micro-LED: Was Displays angeht, verliert man im Urwald der Begrifflichkeiten schnell den Überblick. Wir nehmen dir die Bezeichnungen auseinander und erklären dir, welcher Ausdruck wofür steht.

Displayauflösungen unter der Lupe

Die Auflösung von Displays ist entscheidend für die Qualität der Darstellung. Sie bezeichnet die Anzahl der Pixel, die in Relation zur Displaygröße betrachtet werden. Eine HD-Auflösung bringt beispielsweise eine tendenziell schlechtere Darstellung als eine FullHD-Auflösung. Die Abkürzung ppi steht für pixels per inch, ergo wie viele Pixel pro Zoll im Bildschirm verarbeitet sind. Ab 300 ppi kann das menschliche Auge keine einzelnen Pixel mehr ausmachen. Heutzutage haben die meisten modernen Handydisplays mindestens eine HD-Auflösung. Daher beginnen wir bei unserer Erklärung mit HD.

High Definition (HD / 720p): 1.280 x 720 Pixel

Hast du ein Display mit einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln, sprechen wir von HD oder 720p. HD steht für High Definition. Je kleiner das Display und je dichter die Pixel, umso besser ist das gelieferte Bild. Das bedeutet auch, dass das Bild bei einem fünf Zoll Display mit HD subjektiv besser ist als bei einem sieben Zoll großen Display. Auch, wenn die Pixelanzahl dieselbe ist, sind die Pixel bei einem größeren Display entsprechend weniger dicht. Hier sind die ppi ausschlaggebend, also wie viele Pixel pro Zoll verarbeitet wurden.

FullHD (FHD / 1080p): 1.920 x 1.080 Pixel

FullHD war lange die Standardauflösung bei vielen Smartphones. Allerdings gibt es immer auch Zwischenstufen – je nach Displayformat. So hat das Samsung Galaxy A7 (2018) beispielsweise eine FHD+ Auflösung von 2.220 x 1.080 Pixeln. Beim beliebten Huawei P20 Pro sind es 2.240 x 1.080 Pixel. Das Galaxy J4+ hingegen liegt mit 1.480 x 720 Pixeln bei HD+. Die FullHD-Displaygröße von 1.920 x 1.080 Pixeln führt bei einem fünf Zoll großen Display zu einer Pixeldichte von 440 ppi.

QuadHD (QHD / 2K): 2.560 x 1.440 Pixel

QuadHD bezeichnet die viermalige HD-Auflösung und damit 2.560 x 1.440 Pixel. Damit beträgt bei einem 5,5 Zoll großen Display die Dichte schon 538 ppi. Bei einem FullHD-Display hast du bei derselben Displaydiagonale nur 400 ppi. Wie dir womöglich bereits aufgefallen ist, ergeben sich manche Auflösungsbezeichnungen aus der kleineren Pixelanzahl: 1.080p oder 720p. Anders sieht es bei QuadHD aus: Die Benennung 2K rührt daher, dass der größere Wert über 2.000 Pixel beträgt. Das ist inzwischen bei den meisten modernen Flaggschiffen der Fall, wobei nicht alle über 2.500 Pixel mitbringen.

UltraHD (4K): 3.840 x 2.160 Pixel

Ein Smartphone-Display, das beispielsweise eine UltraHD-Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln im Gepäck hatte, war das Sony Xperia XZ Premium. Sind wir penibel, müssten wir UltraHD und 4K getrennt voneinander betrachten. Denn bei 4K beträgt der größere Wert eigentlich 4.096 Pixel und bei UltraHD nur 3.840 Pixel. Bei beiden liegt der kleinere Wert bei 2.160 Pixeln und der Unterschied ist eher geringfügig. Inwiefern eine solche Auflösung bei Smartphones noch sinnvoll ist, sei nun dahingestellt. Über 800 ppi lohnen sich auf der Größe kaum noch, da der Unterschied mit dem bloßen Auge kaum noch ersichtlich ist. Entgegen der Erwartung haben sich 4K-Displays bisher auch nicht durchgesetzt. Neben Sony verzichten die meisten Hersteller auf derartige Auflösungen. Stattdessen ist das 2K-Panel mittlerweile zum Standard geworden.

Das sind die verschiedenen Displaytypen

Was Displaytypen angeht, fühlen wir uns schnell mindestens genauso verloren wie bei den unterschieden Auflösungen. LCD, IPS-LCD, TFT-LCD, OLED, AMOLED und Super AMOLED: Was bedeutet das alles?

LCD-, TFT- und IPS-Displays

LCD steht für Liquid Crystal Display. Sie gehören zu den günstigeren Panels, die aus ebendiesem Grund gerne in Smartphones und anderen Geräten verbaut werden. Die Panels bestehen aus flüssigen Kristallen, die rückseitig erhellt werden. Beliebt sind sie auch deshalb, weil sie direkter Lichteinstrahlung gut standhalten. Das von hinten kommende Licht hat allerdings auch Nachteile. So leidet schnell die akkurate Widergabe von Farben.

TFT bezeichnet eine verbesserte Version der LCD-Displays. Die Abkürzung steht für Thin Film Transistor. Hier funktioniert jeder einzelner Pixel eigenständig, da eine aktive Matrix dafür sorgt, dass sie einzeln an Transistoren angeschlossen sind. Die Kosten sind ebenso niedrig, dafür haben TFT-Displays einen höheren Kontrast. Die Blickwinkelstabilität hingegen ist nicht so hoch und die Displays brauchen mehr Energie, weshalb sie heute kaum noch verwendet werden.

Eine Weiterentwicklung der TFT-LCD-Displays sind IPS-Displays. Die Langform lautet In-Plane Switching. Die Farbwiedergabe ist besser und die Blickwinkelstabilität steigt. Das Rücklicht ist stärker als bei den ersten Versionen. Eine weitere Verbesserung ist, dass IPS-Displays pro Pixel zwei Transistoren aufweisen. Zudem fressen sie weniger Energie als TFT-Displays. Kombinationen aus entsprechenden Typen gibt es immer wieder.

Retina-Displays

Retina ist nichts anderes als eine Marketingbezeichnung für die Displays von Apple. Die einzige Spezifikation der Displays besagt, dass das menschliche Auge nicht dazu in der Lage ist, die einzelnen Bildpunkte zu erkennen. Hier liegt der Anspruch in Sachen ppi niedriger als bei manch anderem Hersteller. Die aktuellsten Modelle, nämlich das iPhone XS und XS Max bringen eine Pixeldichte von 458 ppi mit.

AMOLED-Displays

OLED bezeichnet eine bestimmte Art von Leuchtdiode. Bei OLED ist eine ähnliche Technologie am Werk wie bei TFT-Displays. Bei AMOLED werden Pixel über eine aktive Matrix kontrolliert und so einzeln zum Strahlen gebracht. Es ist keine Hintergrundbeleuchtung vonnöten, da die Pixel eigenständig leuchten. Dunkle Farben verbrauchen weniger Energie, da die Energiezufuhr einfach runtergeschraubt wird.

Auf der anderen Seite brauchen sie für helle Farben wiederum mehr Energie als beispielsweise LCD-Displays und vertragen sich schlechter mit direkter Sonneneinstrahlung. Da sie jedoch keine Schicht für die Hintergrundbeleuchtung benötigen, sind sie dünner – und auch flexibler. Übrigens: OLED ist ein organisches Material, wodurch es zu einem schnelleren Verschleiß kommt. Eingebrannte Displays sind keine Seltenheit.

OLED, AMOLED und Super AMOLED: eine Hilfestellung

OLED bedeutet nichts anderes als organische Leuchtdiode. Das AM in AMOLED bezeichnet die aktive Matrix, die im letzten Punkt bereits angeschnitten wurde. Eine passive Matrix (P-OLED) kommt in Smartphones allerdings kaum vor. Super AMOLED benennt lediglich eine verbesserte Variante der AMOLED-Technologie. Der Unterschied ist, dass weniger Schichten enthalten sind. So wird die Schicht für Berührungsreaktionen direkt im Display selbst verarbeitet und nicht mehr gesondert verbaut. Die Folge: weniger Energieverbrauch und besseres Handling von Sonnenlicht. AMOLED Displays stammen von Samsung und gehören zu den am häufigsten genutzten.

Displays und ihre Hersteller

AMOLED-Displays sind ursprünglich eine Entwicklung von Samsung, werden aber auch in anderen Geräten verwendet. So hat Samsung durchaus schon Panels an Apple geliefert und auch LG hat bei Apple seine Finger mit im Spiel. Zwar wird der Retina-Begriff nur von Apple genutzt, aber die entsprechenden Displays finden durchaus auch in Geräten anderer Hersteller Verwendung.

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