Displaygröße bei Smartphones: Warum sie immer größer werden

Wie groß darf ein Handydisplay sein?
  • Handydisplays werden immer größer und passen kaum noch in die Tasche.
  • Die Ursache sind unter anderem die Bedürfnisse asiatischer Nutzer.
  • Vermehrtes Gaming am Smartphone macht große Displays obligatorisch.

Sehen wir in den letzten Jahren die Handygrößen an, wird schnell klar: Die Displaygröße nimmt stetig zu. Warum das so ist und welche Vor- und Nachteile das hat, erfährst du hier.

Displaygröße nimmt zu

Dass die Displays von modernen Smartphones immer größer werden, ist kein Hoax. Sehen wir uns als Beispiel die Galaxy S-Reihe von Samsung an, wird auf den ersten Blick das Wachstum deutlich:

  • Samsung Galaxy S3 (2012): 4,8 Zoll
  • Samsung Galaxy S5 (2014): 5,1 Zoll
  • Samsung Galaxy S8 (2017): 5,8 Zoll

Ähnlich sieht es bei Apple aus: Während das iPhone 8 noch 4,7 Zoll maß, ist das iPhone X vom letzten Jahr schon ganze 5,8 Zoll groß. Dieselbe Größe haben wir auch beim iPhone XS von diesem Jahr, während das XS Max bereits 6,5 Zoll misst. Geräte mit weit unter sechs Zoll gibt es im Jahr 2018 kaum noch. Die Rahmen werden zwar immer schmaler und viele sind inzwischen nahezu randlos, handlicher macht das die Geräte trotzdem nicht. Smartphone mit fünf Zoll? Sind beinahe ausgestorben.

Übrigens: Schon 2016 haben wir einen Artikel zur perfekten Smartphone-Größe geschrieben. Da kamen einem iPhone-Nutzer fünf Zoll noch ziemlich groß vor.

Deshalb gibt es kaum noch kleine Displays

Mancher Smartphone-Nutzer ist wenig begeistert vom aktuellen Trend. Der Grund: Die Smartphones passen kaum noch in die Hosentasche und sind vor allem für kleine Hände nicht mehr handlich. Trotzdem scheinen die Handyhersteller auf kleinere Displays zu verzichten. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Einerseits ist das Smartphone längst nicht mehr nur ein Handy. Es ist ein Alltagshelfer und Multimediagenie. Und besonders in letzter Rolle bedeutet das, dass die Größe des Displays eine Rolle spielt.

Wer regelmäßig am Smartphone streamt, dem werden es seine Augen danken, wenn er das nicht auf fünf Zoll tut. Gleichzeitig ist das Smartphone inzwischen die Plattform, auf der am häufigsten gezockt wird. Auch hier ist ein kleines Display eher hinderlich. Zudem brauchen größere Akkus und bessere Hardware oftmals mehr Platz. Diesem Trend folgen die Hersteller, indem sie die Displaygröße entsprechend anpassen. Ein weiter Grund ist der asiatische Markt. Schriftzeichen wie Kanji und Co. benötigen mehr Platz, weshalb größere Displays das Lesen angenehmer gestalten. Giganten wie Samsung und Huawei kommen aus dem asiatischen Raum, weshalb sie mitunter ihre Displaygrößen anpassen.

Kannibalismus: Flaggschiffe als Argumente gegen kleine Geräte?

Nicht jeder nutzt sein Smartphone vorwiegend für Streaming und Gaming. Umso ärgerlicher ist es für den Mitteleuropäer, dass er kaum noch kleinere Smartphones in den Läden findet. Und wenn, dann handelt es sich um Nischenprodukte oder abgespeckte Versionen. Flaggschiffe? Fehlanzeige: Leistung braucht Raum. Versetzen wir uns in die Köpfe der Hersteller. Die Forderung nach großen Displays mit immer höheren Auflösungen ist da – also werden sie in den High-End-Geräten verbaut. Immerhin ist das Smartphone längst ein Minicomputer. Zusätzlich kleinere, abgespeckte Geräte zu veröffentlichen, würde bedeuten, dass ein Teil der Kundschaft ebendiese kaufen würde. Damit gehen den Herstellern potenzielle Käufer für die größeren und teureren Handys verloren.

Das heißt, dass Smartphones mit größeren Displays die kleineren bildlich gesprochen konsumieren und der stärkere – in dem Fall der mit der größeren Nachfrage – gewinnt. Erstaunlich ist allerdings, dass manche Umfrage genau das Gegenteil ergeben hat: 2016 gab es eine Umfrage auf stadt-bremerhaven.de, bei der herauskam, dass die meisten Nutzer sich Geräte mit maximal fünf Zoll wünschten. Veraltet? Nicht wirklich. Sehen wir uns die folgende Umfrage an, sehen wir, dass immer noch 41 % der Teilnehmer 5,2 Zoll bevorzugen. 28 % stimmten für 5,5 Zoll und weitaus weniger für über 6 Zoll. Der Rest verteilt sich gleichmäßig auf andere Größen zwischen 5,2 und 5,7 Zoll.

Was wir allerdings bedenken müssen: Größeres Display heißt nicht gleich, dass das Handy an sich sehr viel größer ist. Denn während die Displaygröße wächst, schrumpft die Rahmenbreite immer weiter.

Wie groß muss ein Display wirklich sein?

Die Frage ist: Brauchen wir Smartphones über sechs Zoll, um uns unterwegs mal ein Video anzusehen oder um Fortnite zu zocken? Hier scheiden sich sicherlich die Geister. Allerdings dürfte das Wachstum der Smartphone-Displays bald nachlassen. Werden sie noch größer, haben sie bald Tablet-Format – auch, wenn sie keinen Rahmen mehr haben – und sind damit wirklich nicht mehr einfach so tragbar. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bestenfalls werden Geräte mit 6,5 Zoll wie das iPhone XS Max, das Huawei Mate 20 oder das honor 8X die Ausnahme bleiben.

Oder wir haben Pech und alle Geräte werden sich in der Größenordnung einpendeln. Denkbar wäre auch, dass jetzt, wo immer mehr Gaming-Smartphones aus dem Boden sprießen, die Größen für ‚herkömmliche‘ Flaggschiffe wieder abnehmen. Smartphones sind noch immer keine Konsole. Zumindest nicht hauptsächlich. Und da nicht jeder Nutzer auch am Smartphone zockt, können wir noch Hoffnung haben. Wer weiß: Vielleicht wird der Ruf nach kleineren Smartphones auch wieder laut genug, dass wir in den nächsten Jahren wieder Handys in der 5-Zoll-Klasse auf dem Markt finden.

Vorteile großer Displays

  • Genug Raum zum Streamen
  • Besserer Durchblick und verbessertes Handling beim Zocken
  • Einfacheres Lesen von Texten
  • Mehr Raum für Hardwareneuheiten und -verbesserungen

Nachteile großer Displays

  • Handy passt nicht mehr in die Tasche
  • Großes Gerät – höheres Gewicht
  • Problematisch für kleinere Hände
  • Evtl. störend beim Telefonieren

Mehr lesen: Displaytypen und Auflösungen: ein Überblick

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