Handy-Mythos: Erhöhen Smartphones das Risiko für Blitzeinschläge?

Sorgt das Smartphone für Blitzeinschläge?

Alltagsmythen gibt es viele. Und nicht wenige davon betreffen die Handynutzung. Ein Gerücht, das sich seit Jahren hartnäckig hält, ist die Theorie, dass das Smartphone bei Gewitter das Risiko erhöht, vom Blitz getroffen zu werden. Aber stimmt das auch?

Im Mai letzten Jahres hatte ein Blitz zwei Freundinnen auf einem Fußweg in Bochum getroffen. Laut Bericht der WAZ hatten die beiden Frauen zuvor mit dem Handy Kurzvideos gedreht. War das der Grund für ihr Schicksal?

Der Mythos

„Smartphones erhöhen das Risiko, vom Blitz getroffen zu werden.“

Wir sind während eines Gewitters auf offener Straße unterwegs und auf einmal schlägt nicht allzu weit von uns entfernt ein Blitz in einen Menschen ein – weil er sein Handy in der Hand hatte. Das Gerücht, dass Smartphones die Gefahr erhöhen, von einem Blitz getroffen zu werden, soll mit der Handystrahlung und dem verbauten Metall zusammenhängen. Beides steht im Verdacht, Blitze anzuziehen. Angeblich soll die Strahlung die Leitfähigkeit der Luft um einen Menschen erhöhen. Aber hängt das wirklich zusammen?

Die Auflösung

Insgesamt ist die Chance, in Deutschland von einem Blitz getroffen zu werden, verschwindend gering. Angeblich sterben etwa vier Menschen pro Jahr wegen eines Blitzeinschlags. Damit liegt die Wahrscheinlichkeit bei eins zu 20 Millionen, so vde. Im Vergleich: Die Wahrscheinlichkeit, im Lotto zu gewinnen, ist 75-mal höher. Metallgegenstände am Körper können bei einem Blitzeinschlag wegen der starken Hitze tatsächlich Verbrennungen hervorrufen – allerdings ist die Metallmenge zu gering, um einen Blitz anzuziehen.

Und Hand aufs Herz: Wer von einem Blitz getroffen wird, hat andere Probleme als die Verbrennungen durch Metallgegenstände. Erst in den letzten Metern über dem Boden entscheidet sich, wo ein Blitz einschlägt. Weder die Menge an Metall, die ein Mensch bei sich hat, noch die Handystrahlung ziehen einen Blitz an. Die Strahlung, die von Smartphones ausgeht, ist dafür schlichtweg zu gering. Demnach dürfte das Handy der beiden Bochumerinnen im obengenannten Fall nicht der Grund für den Blitzeinschlag gewesen sein.

Fazit: Der Mythos stimmt nicht.

Quelle: https://www.vde.com/de/blitzschutz/arbeitsgebiete/faq/handy-gewitter

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