Klage gegen Apple – wegen Todesfall am Steuer

Apple soll Mitschuld an Autounfall tragen.

In den USA ist offenbar alles möglich. Weil ein Unfallverursacher durch eine iPhone-App abgelenkt wurde, kam es zu einem tödlichen Unfall. Die Angehörigen hatten Apple Mitschuld zugeschrieben und den Konzern verklagt.

Schutzfunktion für Fahrer

Apple hatte eine Schutzfunktion patentieren lassen, die Autofahrer durch das Sperren gewisser Apps vor Ablenkungen schützen soll. So sollte es Fahrern nicht möglich sein, auf Apps wie iMessage oder FaceTime zuzugreifen. Das Ziel: Das Smartphone merkt, wenn eine Fortbewegung per Auto stattfindet und sperrt in dieser Zeit entsprechende Anwendung. Dabei sollte eine Bildüberprüfung zwischen Fahrer und Beifahrern unterscheiden können. Erteilt wurde das Patent 2014. iOS 11 brachte allerdings lediglich Erweiterungen des Nicht-Stören-Modus mit sich. So sollen eingehende Benachrichtigungen im Auto unterbunden werden, die zu Ablenkungen führen können.

Klage wegen grober Fahrlässigkeit

2014 war ein Mann in ein Stauende gerast, weil er durch seine FaceTime-App abgelenkt wurde. Anscheinend ist er mit einem Videotelefonat beschäftigt gewesen. Bei diesem Unfall kam ein fünfjähriges Mädchen ums Leben und es gab weitere Schwerverletzte. Die Angehörigen hatten infolge dessen Apple verklagt und dem Hersteller grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen. Den Gerichtsunterlagen kann entnommen werden, dass die Polizei das Smartphone des Verursachers noch mit laufender App gefunden hatte. Die Kläger argumentieren mit der Implementierung des Patents, das eben solche Unfälle vermeiden sollte. Sie sprechen von einem Defekt des Geräts, weil die Funktion nicht verfügbar war.

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US-Gericht weist Klage zurück

In Amerika werden ab und an vor Gericht die für uns kuriosesten Entscheidungen getroffen. Nicht in diesem Fall. Das zuständige Gericht entschied, dass der Konzern nicht für die Verfehlung des Unfallverursachers verantwortlich sei. Trotz der in erster Instanz gescheiterten Klage hatten die Betroffenen Berufung eingelegt und pochen weiterhin auf die Mitschuld Apples an dem tragischen Unfall. Das Gericht jedoch begründete, dass Apple gegenüber der geschädigten Familie keine Sorgfaltspflicht trage und gibt dem abgelenkten Fahrer demnach die alleinige Schuld für sein Verhalten und dessen Folgen.

Übrigens gab es im letzten Jahr eine weitere Klage wegen eines ähnlichen Falls. Hier versuchte ein Kalifornier über eine Sammelklage, einen Verkaufsstopp für iPhones zu erwirken, bis der Sperrmechanismus beim Autofahren auf allen Geräten implementiert sei. Der Initiator selbst war Opfer eines Autounfalls geworden, bei dem der Verursacher durch ein iPhone abgelenkt gewesen war. Dabei sei dem Kläger neben einer Rückenverletzung ein wirtschaftlicher Schaden entstanden.

Quelle: https://www.bbc.com/news/technology-46593100

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