iPhone: Spectre-Sicherheitsupdate bremst Leistung

Auch das iPhone 7 wird nach dem Update auf iOS 11.2.2 Leistungseinbußen hinnehmen müssen.
Wird nach dem Update wohl langsamer unterwegs sein: das Apple iPhone 7.

Bestimmte Prozessoren wurden kürzlich Opfer der Angriffe vom Typ Meltdown und Spectre. Als dies bekannt wurde, brachten die Hersteller umgehend Sicherheits-Updates auf den Markt, die das Problem beheben. Doch Benchmark-Vergleiche zeigen: oft zu Lasten der Performance.

Die Chip-Hersteller haben vorbildlich reagiert: Schon kurz nach Bekanntwerden des Sicherheitsproblems hat sich die Branche beeilt, die Lücken zu stopfen und die Prozessoren zu schützen. Allerdings scheint sich auch in diesem Fall der Grundsatz „Sicherheit wird mit Leistungseinbußen bezahlt“ zu bewahrheiten.

Was war passiert?

Forscher haben kürzlich entdeckt, dass die Bauweise bestimmter Prozessoren Sicherheitslücken aufweist. Hackern war es dadurch möglich, sensible Daten wie zum Beispiel Passwörter auszulesen. Betroffen waren nicht nur Desktop-Computer und Laptops, sondern auch Tablets und Smartphones. Die anschließend erfolgten Updates halten das Risiko nun geringer, dass die Prozessoren-Architektur eines Geräts angegriffen werden kann. Ein hundertprozentiger Schutz ist allerdings nicht möglich.

Die Folge: Einbußen bei der Performance

Viele Nutzer haben nach dem Update erst einmal aufgeatmet. Doch es brachte auch Folgen mit sich, die einigen missfallen: Das Portal heise online beantwortet die häufige Frage, ob es durch das Update zu Leistungeinbußen kommen könne, mit einem klaren Ja. Es sei allerdings vom individuellen Nutzungsverhalten abhängig, ob der Nutzer hiervon auch etwas merkt.

Der Technik-Experte Melvin Mughal hat den Test gemacht und verglichen, welche Benchmark-Werte sein iPhone 6 vor und nach dem Update generiert. Und die Ergebnisse sind – trotz aller Vorteile, die das Stopfen der Sicherheitslücke mit sich bringt – ernüchternd.

Leistung um bis zu 56 % niedriger

So hat sich der Single-Core-Wert des Prozessors zum Beispiel um durchschnittlich 41 % verschlechtert und der Multi-Core-Wert um 39 %. Sieht man sich die einzelnen Aspekte der beiden Kategorien an, liegt die Performance-Abnahme zwischen 3 % und 56 %. Die meisten Werte haben sich im Bereich von 40–50 % verschlechtert. Eine vollständige Auflistung findet ihr auf Mughals Website.

Ein „notwendiges Übel“

Auch wenn diese Werte auf den ersten Blick erschreckend sind, führt dennoch kein Weg um das Update herum. Laut Mughal ist Letzteres ein „notwendiges Übel“ und bestätigt das, was die Sicherheits-Community wieder und wieder behauptet:  Sicherheit geht zu Lasten der Performance. Apple hat bereits dazu aufgefordert, eine Aktualisierung auf iOS 11.2.2 vorzunehmen. Auch wenn es weh tut, sollte diese Empfehlung befolgt werden, denn: Leistung hin oder her, ein erneutes Hacking des eigenen Geräts will sicher niemand in Kauf nehmen.

 

Quellen:

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