Handelsstreit droht zu eskalieren: Boykottiert China jetzt Apple?

Neue Produkte für Apple

Nachdem ein US-Dekret dafür gesorgt hat, dass Google Huawei die Android-Lizenz entzogen hat, könnte China nun zurückschlagen. Die aktuell in China laufende „Boycott Apple“-Kampagne könnte schwerwiegende Folgen für Apple haben.

Gestern haben wir euch von dem US-Beschluss berichtet, der Huawei in den Ruin treiben könnte. Per Dekret hat US-Präseident Trump dafür gesorgt, dass Firmen wie Google, Intel und Qualcomm die Geschäftsbeziehungen zu Huawei auf Eis gelegt haben. Zwar war der Beschluss offiziell nicht eigens gegen Huawei gerichtet, allerdings landete der Hersteller auf der Schwarzen Liste. Der Grund sind anhaltende Spionagevorwürfe gegen Huawei.

Apple als Opfer des Handelsstreits

Dass Huawei im Mittelpunkt der Konflikte zwischen China und den USA steht, ist inzwischen bekannt. Allerdings ist der Konzern damit nicht alleine. Auch Apple wird zunehmend in die Schusslinie gezogen, ohne direkt etwas mit dem Konflikt zu tun zu haben. iPhones werden in China hergestellt, womit Peking eine Geisel hat, die Trump offenbar nicht interessiert. Von Seiten der chinesischen Bevölkerung ist die Erwartungshaltung groß: Wie wird der Staatschef Xi Jinping auf die Sanktionen gegen Huawei reagieren? Peking ist gezwungen, entsprechend auf den empfindlichen Schlag gegen Huawei zu antworten.

Konkrete Angriffe gegen Apples Handelsgeschäft

Die Probleme zwischen China und den USA sind auch in den letzten Monaten nicht an Apple vorbeigezogen. So verkaufte der Megakonzern in China bereits Anfang 2019 weniger iPhones in China als noch vor einem Jahr. Um rund 30 Prozent ist der Absatz gesunken, ein empfindlicher Schlag gegen Apple. Neben Huawei verkaufen Oppo, Xiaomi und auch Vivo im Reich der Mitte mehr Geräte als Apple. Spitzt der Handelskonflikt sich weiter zu, könnten die Folgen für Apple allerdings noch sehr viel fataler ausfallen.

China hätte die Möglichkeit, die Produktion der nächsten iPhone-Reihe zu verhindern. Sollte das der Fall sein, hätte Apple kaum eine Chance, im September den Verkaufsstart einzuhalten. Daneben läuft in China zurzeit eine Kampagne unter der Bezeichnung „Boycott Apple“. Damit sollen einheimische Kunden auf die Missstände aufmerksam gemacht und bestenfalls vom Kauf von iPhones abgehalten werden. Noch laufen die Boykottaufrufe über soziale Netzwerke, werden aber zunehmend lauter und könnten demnach zur weitläufigen Ächtung Apples führen.

Berechtigte Sorge um die eigene Produktion

Die Zeichen sind an Apple wohl nicht vorübergegangen. Tatsächlich hat der Hersteller sich inzwischen bereits dazu entschieden, einen Teil der Produktion auszulagern. Keine schlechte Entscheidung, wenn der eigene Präsident ohne Rücksicht auf Verluste weiter gegen China schießt und Banne ausspricht. Strafzölle jedenfalls haben Apple bereits wegen des Imports von Ladegeräten getroffen. Aktuell erscheint es zwar noch unwahrscheinlich, dass Peking kurzfristig die iPhone-Produktion lahmlegt, bislang sind das aber nur Spekulationen. Würde der chinesische Staatschef nicht auf den Druck der USA reagieren, wäre das Echo aus der Bevölkerung groß.

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