Huawei strampelt sich frei

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Nach dem verhängten Handelsembargo der US-Regierung geriet der Chinesische Smartphone Hersteller Huawei ganz schön in die Bredouille. Wenn er den westlichen Markt auch weiterhin problemlos beliefern will, müsste er sich etwas einfallen lassen, um seine Smartphones unabhängig von Google ans Laufen zu bekommen. Erste Schritte in diese Richtung wurden von Huawei bereits unternommen.

Eigenes Betriebssystem ist in der Entwicklung

Huawei entwickelt hauseigenes Betriebssystem und will es in sechs bis neun Monaten für Smartphones veröffentlichen.

Da es Google ja verboten ist, mit Huawei zu kooperieren, arbeiten die Chinesen an einem eigenen Betriebssystem, das aber mit Googles Android kompatibel sein soll. Der Name des Huawei eigenen Betriebssystems lautet HarmonyOS – was in Anbetracht der Situation mit den USA nahezu humoristisch klingt. Es wurde in China offiziell bereits im August offiziell vorgestellt und soll ein geräteübergreifendes Betriebssystem werden. Bislang läuft es nur auf Fernsehgeräten und ist hierzulande noch wenig bekannt.

Huaweis Vize-Präsident gab kürzlich bei einem Presse-Dinner aber bekannt, dass bald entschieden wird, ob HarmonyOS in etwa sechs bis neun Monaten auch für Smartphones veröffentlicht wird. „Wir können nicht länger warten, wir haben bereits ein Flaggschiff verpasst“, sagte Pang und bezog sich auf Huaweis kürzlich veröffentlichtes Mate 30, das lediglich mit einer Open-Source-Variante von Android läuft.

Es sieht also alles so aus, als könnte Huawei sich bald von den USA unabhängig weiterhin im Branchenmarkt etablieren. Aber vielleicht ist es ja gar nicht nötig, denn die Lage zwischen dem Chinesischen Smartphone-Hersteller und den USA scheint sich zu entspannen.

Erste Ausnahme-Lizenzen wurden verteilt

Noch ist keine Einigung erzielt, doch das US-Handelsministerium hat bereits begonnen, einzelnen US-Unternehmen die Kooperation mit Huawei zu erteilen und entsprechende Lizenzen verteilt. Microsoft zum Beispiel hat so eine Lizenz erhalten, wie der Software-Hersteller nun dem Amerikanischen Nachrichtenportal Bloomberg mitteilte. Wir werden sehen, ob auch Google unter diesen Unternehmen ist und eine Ausnahmelizenz erhält.