Wie groß darf das Handy sein?

Große Handys im Alltag
Große Handys im Alltag (#82849165 | © Bacho Foto - Fotolia.com)

Das iPhone feiert bald seinen zehnjährigen Geburtstag. Als Apple-Gründer Steve Jobs Anfang 2007 das erste Smartphone vorstellte, war dessen Bildschirm 3,5 Zoll groß. Das sei die perfekte Größe für ein Handy, denn dann seien alle Ecken des Bildschirms noch mit dem Daumen erreichbar  – so Steve Jobs damals. Seitdem hat sich viel getan. Egal, ob bei Apple oder anderen Herstellern: Die Smartphones sind gewachsen. Dennoch gehen einige Modelle, darunter das iPhone SE, einen Schritt zurück. Doch welche Handygröße ist nun perfekt?

Gibt es die eine Größe, die für jeden Nutzer perfekt ist?

Das Display ist der größte und wahrscheinlich wichtigste Teil des Smartphones. Unterschiede zwischen den verschiedenen Modellen erkennen wir auf den ersten Blick an der Größe des Bildschirms. Und die Größen ändern sich immer wieder. Spätestens vor dem nächsten Smartphone-Kauf müssen wir uns also mit ihnen befassen.

„Supersize me“

Nicht nur die Modelle mit dem Apfel haben sich in den letzten Jahren stetig vergrößert. Auch die Geräte von HTC, Samsung oder Huawai sind gewachsen. Die Topmodelle der einzelnen Hersteller haben mittlerweile alle eine Größe von fast 5 Zoll.

Smartphones mit 3,5 Zoll-Display sind gänzlich vom Markt verschwunden. Die gängigen Modelle der bekannten Hersteller sind mindestens mit einem 4,3 Zoll-Bildschirm ausgestattet, zum Beispiel bei Samsung. Die Mini-Modelle der Galaxy-Reihe hat Samsung wieder abgesetzt. Mit dem 4 Zoll großen Display des iPhone SE ist Apple dagegen einen Weg gegangen, vergleicht man das Format mit den stattlichen 5,5 Zoll des aktuellen iPhone 7 Plus.

Ein Handy mit 5 Zoll-Display ist unhandlich

So wie bei den meisten Handynutzern ist auch die Bildschirmgröße meiner Smartphones stetig gewachsen. Mittlerweile nutze ich ein iPhone 7 mit 4,7 Zoll-Display. Ich kann gerade alle Bereiche des Bildschirms mit dem Daumen erreichen. Will ich bequem und schnell schreiben, tippe ich mit beiden Händen.

Wäre mein Smartphone noch größer, könnte ich es nicht mehr problemlos mit einer Hand bedienen. Ich müsste ständig mit meiner Hand hin und her rutschen oder das Smartphone mit beiden Händen bedienen. Beides ist auf Dauer absolut nervig. Größer dürfte ein Smartphone für mich also nicht sein.

Mein iPhone passt nicht mehr in die Hosentasche, ich brauche also ständig eine Jackentasche, Handtasche oder einen Rucksack. Darin höre ich das Vibrieren aber nicht, wenn das Smartphone lautlos gestellt ist. Für mich manchmal ziemlich unpraktisch. Denn das Handy soll nicht bei jeder WhatsApp-Nachricht laut klingeln. Erwarte ich aber eine wichtige Nachricht, möchte ich das auch mitbekommen. Und dazu nicht immer wieder das Handy aus der Tasche kramen, weil ich vermute eine Nachricht bekommen zu haben.

Ein Gutes aber hat das Ganze: Meine Jeanshosen sind nicht mehr mit Abdrücken versehen, an denen zu erkennen ist, in welcher Tasche ich das Handy regelmäßig trage.

Beim Lesen ist die Bildschirmgröße für den Lesekomfort egal

Wir lesen immer mehr digital als analog. Ich liebe es, beim Lesen ein Buch in der Hand zu haben, jede Seite einzeln umzublättern. Oder die Müslischale beim Frühstück auf die Zeitungsseite zu stellen. Trotzdem macht das digitale Lesen auch vor mir nicht Halt. In der Bahn ist es handlicher, Nachrichten über das Tagesgeschehen auf dem Smartphone zu lesen, als eine gedruckte Zeitung auszubreiten. Obendrein kann ich so die aktuellsten Berichte lesen.

Dazu braucht es kein riesiges Smartphone, denn bei vielen Apps lässt sich die Schriftgröße anpassen. Je nach unseren Wünschen können wir die Buchstaben in einer Größe anzeigen lassen, die für uns komfortabel ist.

In der Kindle-App, der meistverwendetsten Anwendung zum Lesen von E-Books, lassen sich auch der Zeilenabstand und die Hintergrundfarbe anpassen. So scrollt man einfach etwas weiter herunter, wenn man große Lettern und einen hohen Zeilenabstand ausgewählt hat. Dadurch macht es keinen Unterschied, wie groß das Display ist, auf dem wir ein E-Book lesen. Der Komfort für unsere Augen ist gleich hoch.

Das klappt einzig beim Lesen von PDFs leider (noch) nicht. Öffnen wir sie auf dem Smartphone, müssen wir zoomen und die einzelnen Seiten mit kleinen Buchstaben lesen oder immer wieder von links nach rechts scrollen. Beim Lesen wünsche ich mir dann immer einen deutlich größeren Bildschirm. Bleibt zu hoffen, dass Apps wie iBooks, PDF Expert oder Kindle an dieser Stelle noch ausgebaut werden.

Für die Arbeit mit Textverarbeitungsprogrammen sollte der Bildschirm möglichst groß sein

Zugegeben, ich arbeite nicht ständig mit Programmen wie Office auf dem Smartphone. Ab und an kommt es aber vor – und dann bin ich immer wieder frustriert. Denn in der Word-App beispielsweise kann man komplette Zeilen nur sehen, wenn man weit genug heraus zoomt. Die Buchstaben sind dann mitunter ziemlich klein. Ähnlich sieht das bei Excel aus. Um eine Tabelle im Gesamten betrachten zu können, muss man die Ansicht verkleinern. Und dann sind die Inhalte oft kaum zu entziffern. Das liegt bei Tabellen mit vielen Spalten in der Natur der Sache und auch das Drehen des Smartphones hilft kaum weiter. Und das macht keinen Spaß. Bei der Arbeit mit diesen Programmen wünsche ich mir immer wieder Laptop oder iPad in der Hand zu haben. Mit diesen Anwendungen arbeite ich unterwegs aber nur selten. Deswegen ein größeres Handy wählen? Kommt für mich nicht infrage.

Videos machen auf einem 4 Zoll-Display keinen Spaß

Handytarife statten uns mit jeder Menge Datenvolumen aus, das Internet ist nahezu überall und immer verfügbar. Unterwegs die nächste Folge der Serie zu streamen, die wir gerade am liebsten ununterbrochen schauen würden, ist kein Problem. Aber Videos machen auf einem 4 Zoll-Display keinen Spaß. Ein Bildschirm dieser Größe ist für Videos einfach zu klein.  Ein großer Bildschirm mit einer Diagonalen von über 5 Zoll eignet sich dazu sehr viel besser. Denn ein größeres Display ist bei Videos einfach sehr viel angenehmer als die kleineren Pendants. Dabei spielt es keine Rolle, dass die Bildschirmauflösung bei den riesigen Smartphones trotz Full-HD nicht besser ist als bei einem kleineren Display mit HD-Auflösung.

Anders ist das bei Spielen. Die große Mehrzahl der Smartphone-Games lässt sich auf kleineren Displays genauso komfortabel spielen wie auf größeren. Eine Ausnahme sind Strategiespiele. Große Bildschirme bieten uns dabei eine bessere Übersicht. Bei diesen Spielen haben Phablets also einen eindeutigen Vorteil.

Wer ein Tablet nutzt, benötigt kein großes Smartphone

Bin ich abends mit Freunden unterwegs, nutze ich das Smartphone kaum. Ein kleines Handy, um per Messenger die Verspätung meiner Bahn anzukündigen, für ein kurzes Telefonat oder um später die Abfahrtszeit des Busses nach Hause herauszufinden, würde absolut reichen.

Mal wünsche ich mir ein kleineres, mal ein größeres Smartphone. Die perfekte Größe für mich scheint noch nicht gefunden. Aktuell bin ich mit dem Display meines Handys trotzdem sehr zufrieden, ich würde nicht gegen ein kleineres oder größeres tauschen wollen. Meine Lieblingsserien streame ich meist zuhause auf dem Tablet oder TV und für Spiele nutze ich das Handy ohnehin kaum. 4,7 Zoll reichen absolut aus, um darauf komfortabel Mails zu schreiben, bei Twitter oder Facebook zu netzwerken oder bei Instagram Fotos zu bearbeiten und anzuschauen. Und neben Chatten und Telefonieren sind das die wichtigsten Funktionen für mich.

Was ist deiner Meinung nach die perfekte Displaygröße? Welche Erfahrungen hast du mit verschiedenen Handygrößen gemacht?

Apple iPhone mit Vertrag
Huawei Smartphones mit Vertrag
Samsung Smartphones mit Vertrag

2 Kommentare

  1. Bei Männern ist das Hostentaschenproblem nicht ganz so groß, denke ich. Wir haben größere Taschen.
    Aber die Entwicklung ist irre. Gestartet bin ich damals mit dem HTC Wildfire, was aber ziemlich grauenhaft war, weswegen ich schnell zum Galaxy S gewechselt bin. Was kamen mir die 4″ groß vor. Und dann ging es immer weiter und die Teile wurden immer größer.
    Zuletzt wurde es absurd. Ich hatte ein S7Edge, mit 5.5 Zoll und wollte dann auf ein S8 umsteigen.
    Dieses hat einen 5.8″ Screen, aber da fast keine Ränder mehr existieren ist es sehr kompakt. Habe es mir angeschaut und es war mir tatsächlich zu klein, vom Gefühl her.
    Und nun besitze ich ein S8+ und bin mittlerweile bei 6.2″ angekommen. Durch das neue Seitenverhältnis ist es aber nicht so viel größer als das S7 Edge und fühlt sich, für seine Größe, erstaunlich kompakt an.
    Bedienung mit einer Hand ist quasi unmöglich. Auch im Einhandmodus, bei dem der Screen in die untere Ecke geschoben wird. Aber dann ist das einhändige halten mir zu gefährlich, zwecks wegrutschen.
    Aber Bedienung mit einer Hand ist mir nicht so wichtig., ich nehme eh lieber 2.

  2. Hallo Sina,

    ein wirklich toller Beitrag zur Relevanz und den einspielenden Entscheidungsfaktoren, wenn es um die Größe des Smartphones geht.

    Ich selbst habe ein IPhone 5s und bin mit der vergleichsweise kleinen Größe sehr zufrieden. Für schriftliche oder bildliche Bearbeitungen Nutze ich dann mein Tablet oder den Laptop.

    Mein Freund hat sich jetzt das IPhone 6 plus zugelegt Als ich feststellte, dass sein Smartphone meine Handfläche ausfüllt, war ich schon geschockt über die Größe. Für mich kommt solch ein großes Gerät nicht in Frage, zumal meines ein Hosentaschenhandy ist. Probleme hatte ich schon dabei eine Hülle bzw. ein Case zu finden, welches nicht zu sehr aufträgt. Fündig geworden bin ich nach langem suchen, hier geht es schließlich um jeden Millimeter :)

    Nutzt du selbst ein großes Mobiltelefon oder setzt du ebenfalls auf eine Kombination aus Handy und größeremEndgerät?

    Viele Grüße und bis zum nächsten Beitrag, Larissa :D

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