So entlarvst du Fake-Apps im Google Play Store

Google Play Family Library macht's möglich: Bis zu 5 Konten können eine bezahlte App nutzen.

Es scheint, als würde die Zahl schadhafter Software und Fake-Apps im Google Play Store jährlich steigen. Google selbst ist recht schnell, wenn es darum geht, solche schädlichen Fakes zu löschen. Aber es ist noch ein langer Weg bis hin zum zuverlässigen Schutz gegen Malware. Wenn du im Google Play Store nach der richtigen App schaust, hast du eine recht aufwändige Suche vor dir. Darum möchten wir dir ein paar hilfreiche Tipps an die Hand geben, mit denen sich der Download von verseuchten und gefälschten Apps vermeiden lässt.

Automatische Sicherungen

Der Google Play Store ist mittlerweile eine recht unsichere Quelle, wenn du nach einer neuen App suchst. Einst war er die Bezugsquelle Nummer eins. Für jedes Feature und jedes neue Spiel hatte der Play Store eine Lösung parat. Heute musst du richtig gut aufpassen, um deinem Handy keinen Virus oder eine kleine Datenkrake zu bescheren. Die zwielichtigen Entwickler lassen sich immer neue Tricks einfallen, um die Kontrollen des Play Store zu umgehen.

Dabei ist der Google Play Store echt gut gesichert. Es gibt einige automatische Barrieren, die den Quellcode einer neuen App durchsuchen und bei verdächtigen Code-Fragmenten automatisch anschlagen. Das Prinzip ist einem Anti-Viren-Programm bei Windows recht ähnlich. Sobald beim Durchsuchen einer App ein automatischer Alarm startet, wird die App postwendend zurück an ihren Entwickler geschickt.

Durch dieses System sollen bereits 99 Prozent der Malware gar nicht erst im Shop landen. Das zumindest hat Google in seinem eigenen Blog mitgeteilt. Der Algorithmus soll vor allem durch maschinelles Lernen deutlich intelligenter geworden sein. Falsche Bezeichnungen, unangemessene Inhalte und neue Malware-Typen werden nun angeblich noch besser erkannt.

Die Gegenseite: Malware-Entwickler sind besser vorbereitet

„SonicSpy“ hat 2017 gezeigt, wie stark der Google Play Store von Malware-Entwicklern und Netzwerken malträtiert wird. Jetzt erkennt Google Wiederholungstäter und kriminelle Netzwerke und hat bereits über 100.000 von ihnen gesperrt. Das macht es ihnen schwerer, einfach einen neuen Entwickler-Account zu erstellen. Es gibt aber leider immer noch welche, die es hinter die feindlichen Sicherheitsbarrieren schaffen. 2018 haben rund eine halbe Million Nutzer Malware heruntergeladen, die sich als Spiele ausgegeben haben.

Ein langsames Handy kann ganz schön anstrengend sein.
Damit du auch morgen noch Spaß an deinen Apps hast: Lieber genauer hinsehen!

Wie erkenne ich nun schadhafte Apps?

Offensichtliche Malware umgehen

Manch ein Nutzer sucht nach Tools, die er eigentlich überhaupt nicht braucht. Jedes Handy, in das eine LED für Fotos verbaut hat, besitzt auch eine Android-seitige App für eine Taschenlampe. Warum also noch eine Taschenlampen-App herunterladen? Trotzdem wird der Google Play Store teilweise von Apps dieser Art überflutet. Und genau diese Apps sind es, die eigentlich so gar keine Berechtigung benötigen, aber dennoch Zugriff auf deine Nachrichten und sonstige Einstellungen verlangen. Normalerweise werden Nutzer schon vor der Installation darüber informiert, welche Berechtigungen eine App haben möchte. Wenn diese nicht zum eigentlichen Nutzen passen, kannst du bereits davon ausgehen, dass die Entwickler damit keine guten Absichten verfolgen.

Einige Nutzer haben 2015 ignoriert, dass eine Taschenlampen-App selbstständig SMS versenden wollte und die Anwendung trotzdem installiert. Die App hat haufenweise Premium-SMS verschickt und den Entwicklern somit eine Menge Geld erschlichen. Zur Information: Eine App für eine Taschenlampe braucht normalerweise nicht mehr als den Zugriff auf die Kamera, um die LED zu betätigen. Mittlerweile ist die Taschenlampen-LED sogar von der Kamera-App gelöst, sodass eigentlich nur der Zugriff auf die Flashlight LED benötigt wird.

Booster- und Cleaner-Apps

Wie wir dir bereits in einem früheren Artikel mitgeteilt haben, sind Booster-Apps, RAM-Cleaner und Konsorten schlichtweg sinnlos. Weder beschleunigen sie dein Handy, noch schonen sie den Akku, geschweige denn den Arbeitsspeicher. Im Gegenteil: Der Akkuverbrauch wird durch das permanente Deaktivieren und Neustarten von Apps im Hintergrund nur gesteigert.

Selbst ist der Androide.
Der beste Software-Mechaniker für dein Android-Smartphone ist Android selbst.

Viel schlimmer ist aber, dass derartige Apps trotz allem noch immer sehr gefragt sind. Das machen sich die Entwickler zu Nutze und verlangen mit der Installation direkt Zugriff auf jeden einzelnen Bereich deines Systems. Damit öffnest du der Malware Tür und Tor. Gesteigert wird dieses Ärgernis nur noch, wenn du zusätzlich eine Pro-Version für teures Geld kaufst, um die nervige Werbung zu deaktivieren oder zusätzliche nutzlose Funktionen einzuschalten. Hier gilt: Du brauchst keine App. Android macht das schon.

Wenn eine App in deinem Smartphone zu viel Energie und Hintergrundleistung verbraucht, identifiziere sie im App-Bereich deiner Einstellungen und lösche sie einfach. Das ist hilfreicher als jede Booster-App.

Kopien und Fälschungen geben sich als Alternativen aus

Oft sind Original-Apps im Google Play Store zwar sehr gut, aber leider oft auch mit Werbung überladen. Es kann auch gut sein, dass sie erst dann alle Funktionen preisgeben, wenn du eine Premium-Version kaufst. Das ist für viele Nutzer oft ein großes Ärgernis und genau hier setzen die Malware-Entwickler an. Sie geben ihre App als eine bessere Alternative aus, versprechen wenig Werbung und vollen Funktionsumfang in der kostenlosen Version. Doch erst nach der Installation wird klar, welche Berechtigungen die App dafür verlangt.

Bei Spielen ist es meist noch schlimmer. Such mal im Google Play Store beispielsweise nach Monopoly oder Tetris. Vor billigen und schadhaften Kopien bist du mittlerweile fast gar nicht mehr sicher. Der Grund dafür ist, dass du in der Suchfunktion des Play Store keine Apps mit In-App-Käufen ausblenden kannst. Der Durchschnittswert einer App in der Übersicht kann durch Klickfarmen verfälscht sein und du weißt nie, wie oft du noch Geld bezahlen musst, um normal weiterspielen zu dürfen.

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Mehr Spielspaß mit Originalen

Richtig schlimm wird es dann, wenn der Spielspaß durch endlose Zahlungsaufforderungen komplett verloren geht. Wenn eine App nur eine einmalige Zahlung braucht, um beispielsweise alle Level freizuschalten, ist ja noch alles gut. Aber wenn die Werbung und Zahlungssaufforderungen mehr Zeit in Anspruch nehmen als das eigentliche Spiel, dann läuft was gewaltig falsch. Hier handelt es sich zwar nicht immer um Malware, aber manche Entwickler wissen einfach nicht, wann sie es mit ihrer vielen Werbung und der Zahlungsaufforderung übertreiben. Das Pay-to-win-Prinzip hat sich leider durchgesetzt.

Und zu guter Letzt: Wenn eine App verlangt, deine Daten an Dritte weiterzugeben, du diese Option verweigerst und deshalb gar nicht erst spielen darfst, kannst du das Ding getrost löschen.

Was eine gute App ausmacht

Seriöse Entwickler werden ihre Kunden schon vor der Installation darüber aufklären, für welche Leistungen genau bezahlt werden muss. Der Google Play Store gibt dir ebenfalls einen dezenten Hinweis auf In-App-Käufe neben dem Installations-Button. In der App-Beschreibung siehst du auch, wie viel Geld dich die App im Schnitt kosten wird.

Auch die Berechtigungen einer App solltest du im Blick behalten. Warum soll ein Spiel auf deine Kontakte zugreifen dürfen? Warum soll ein Offline-Spiel bitte das Internet nutzen? Und wie im Beispiel oben: Eine Taschenlampe sollte keine SMS versenden dürfen. Die Entwickler sollten angeben müssen, welchem Zweck welche Berechtigung genau dient. Transparenz führt zu Vertrauen.

Nun bleibt noch die Einblendung von Werbung. Dass Entwicklerstudios sich über Werbung finanzieren, ist kein Geheimnis. Aber der übermäßige Gebrauch von Werbung ist schlicht nervig und unnötig. Google selbst sollte neue Apps mit Blick auf Werbeeinblendungen überprüfen. Handelt es sich nur um kleine Banner am Bildschirmrand oder wird die ganze App davon überlagert? Auch dazu sollte es am besten schon vor der Installation Informationen geben. Im schlimmsten Fall werden Ads so eingeblendet, dass du versehentlich auf sie klickst und mal wieder auf Seiten kommst, die du gar nicht besuchen wolltest.

Fazit: Mit Informationen zur richtigen App

Seit ein paar Jahren musst du auf immer mehr Dinge achten, wenn du dich und dein Handy vor Malware schützen möchtest. Trotzdem möchtest und solltest du nicht auf gute Apps und deinen Spielspaß verzichten. Zwielichtige Entwickler sind leider auch nicht dümmer geworden und gaukeln dir vor, dir den meisten Nutzen zu bieten. Du musst bei der Suche nach einer neuen App also extrem vorsichtig sein, auch wenn sich die Suche dadurch ein wenig aufwändiger gestaltet. Im Zweifel baue auf Nutzererfahrungen und Bewertungen. Vertraue eher einer Aussage, die von übermäßiger Werbung und komischen Berechtigungen erzählt, als hundert Bewertungen mit der Aussage „Effrizing ohkeeh!“.

Bist du jemals auf Malware im Google Play Store hereingefallen, oder wurdest du bisher davon verschont? Worauf achtest du bei der Suche nach einer neuen App? Wir sind auf deine Erfahrungen gespannt.

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