Mit dem Huawei Mate 10 Pro fotografieren wie ein Profi

Kann die Spiegelreflexkamera einpacken?
Handyfotos wie vom Profi? #122640615 | © lovegtr35 - Fotolia.com

Huawei stattet seine Flaggschiffe seit einiger Zeit mit Dualkameras aus. Das Mate 10 Pro besitzt laut dem Team von DxOMark derzeit sogar die beste Dualkamera auf dem Markt und weiß sie auch effektvoll einzusetzen. Die Kamera ist ein Produkt aus der Kooperation zwischen Huawei und Leica. Beide Objektive besitzen ihre ganz eigenen Stärken. So gibt es zum einen das Weitwinkelobjektiv, das mit 20 Megapixeln auflöst und für alle wichtigen Details zu haben ist. Das kleinere Teleobjektiv löst immerhin noch mit 12 Megapixeln auf und kann dem Hauptobjektiv sehr gut unter die Arme greifen. Beide zusammen erzielen wunderschöne Effekte, die ihr auch nachträglich noch verbessern könnt. Die Bilder, die entstehen, sind eine echte Augenweide. Aber ihr könnt noch mehr aus der Kamera des Huawei Mate 10 Pro herausholen und Fotos wie ein echter Profi knipsen. Wir zeigen euch, wie das geht.

Das Motiv in den Fokus rücken

Die meisten Smartphones fotografieren ihre Motive so, dass alles möglichst scharf dargestellt wird. Allerdings möchte man das nicht immer. Mit dem sogenannten Bokeh-Effekt wird der Hintergrund absichtlich ein wenig unscharf eingestellt. Wenn ihr also eine Person oder ein Gebäude noch besser in den Vordergrund stellen möchtet, dann könnt ihr dank der im Mate 10 Pro eingebauten Dualkamera den Bokeh-Effekt für euch nutzen und den Hintergrund unschärfer werden lassen. Damit ihr diesen Effekt erzielen könnt, müsst ihr nur auf das Blenden-Symbol tippen, das sich am oberen Rand in der Kamera-App befindet. So aktiviert ihr den Modus „Große Blende“.

Der Bokeh-Effekt verstärkt sich umso mehr, je weiter der Hintergrund von eurem eigentlichen Motiv entfernt ist. Sobald ihr den Auslöser der Kamera betätigt, erscheint auf dem Bild der gesamte Hintergrund unscharf. Einzig das Motiv, das ihr mit dem Fokus anvisiert habt, wird scharf dargestellt. Im Große-Blende-Modus wird das Bild ein wenig länger belichtet als sonst, was euch auch bei schlechterem Licht eine große Hilfe sein kann. Die Linse der Kamera fängt mehr Licht ein, wodurch das Foto insgesamt heller wird.

Das passende Arrangement

Das Geheimnis schöner Fotos ist nicht, dass ihr mit allen denkbaren Effekten um euch werft. Um ein schönes Foto zu knipsen, ist es auch wichtig, dass ihr die Zusammenstellung des Motivs beachtet. Wer einfach nur eine Person oder einen Gegenstand direkt in die Mitte des Bildes setzt, wird damit nur wenig erzielen. Viel spannender werden Bilder, wenn das Hauptobjekt ein wenig weiter links oder rechts im Bild steht und durch den Hintergrund richtig in Szene gesetzt wird. Im Allgemeinen könnt ihr euch dabei auf die sogenannte Drittel-Regel berufen. Setzt das Objekt beispielsweise ins linke Drittel und das Bild bekommt sofort einen ganz anderen Charakter.

Um euch eine kleine Stütze bei der Bildkomposition zu geben, könnt ihr das Bildraster einblenden. In der Kamera-App müsst ihr dazu einfach nur nach links wischen und ruft damit die Einstellungen auf. Hier wählt ihr dann „Kameraraster“ aus und könnt euch für eines von verschiedenen Gittern entscheiden, die euch dabei unterstützen, das Bild richtig aufzuteilen.

Ein besonderes Hilfsmittel ist die sogenannte Fibonacci-Spirale. Diese teilt das Bild noch ein wenig komplexer auf und zeigt euch genau, wo ihr das Motiv platzieren müsst (im Ursprung der Spirale), um es perfekt zu inszenieren. Die Fibonacci-Spirale befindet sich ebenfalls im Bereich der Hilfsgitter, die euch zur Auswahl stehen. Nutzt ansonsten die unterschiedlichen Schnittpunkte, die euch die Raster zur Verfügung stellen, um die perfekte Bildkomposition zu erreichen.

Der Profi-Modus

Wer die Kamera seines Smartphones im Standard-Modus bedient, der genießt den Vorteil, dass die App praktisch alle Einstellungen für euch übernimmt und das Bild den äußeren Umständen in gewissem Maße anpasst. Das ist vor allem für Einsteiger ein Vorteil, da sie meist noch nicht den Überblick über die zahlreichen Funktionen haben. Wenn ihr allerdings professionelle Bilder aufnehmen möchtet, solltet ihr euch einmal den Profi-Modus genauer ansehen. Der erlaubt es euch, alle Bildeinstellungen in eurer Kamera-App selbst vorzunehmen.

So könnt ihr beispielsweise die ISO-Werte, die Belichtungszeit, den Weißabgleich und die Farbwerte selbst bestimmen, damit das Foto euren hohen Ansprüchen auch gerecht werden kann. Zudem habt ihr die Möglichkeit, verschiedene Fokus-Optionen auszuprobieren und mit den Bildschärfen zu spielen. Manchmal ergeben sich auch daraus fantastische Bildeffekte. Durch diese Einstellungen kommt das Smartphone zumindest teilweise an den Funktionsumfang und die Schärfe einer Spiegelreflexkamera heran.

Mit den einzelnen Werten solltet ihr euch vor der Bildaufnahme genauer befassen, da eine falsche Einstellung schnell das ganze Bild ruinieren kann. Mit dem ISO-Wert steuert ihr die Lichtempfindlichkeit. Je höher der Wert eingestellt ist, desto heller wird am Ende auch das Bild. Achtet nur darauf, dass ihr durch diese Einstellung nicht so ein unschönes Rauschen ins Bild bekommt. Das würde euch die Freude am Fotografieren eher vermiesen. Dann lasst das Motiv lieber ein wenig dunkler und arbeitet nach der Aufnahme mit Helligkeitskorrekturen. Die Belichtungskorrektur hilft euch dabei, auch sich bewegende Objekte noch scharf einzufangen.

Der Weißabgleich in den Einstellungen sorgt für realistischere Farben. Wenn ihr beispielsweise Schnee fotografiert, bekommt dieser im Standard-Modus schnell einen leichten Blaustich. Mit dem Weißabgleich könnt ihr das verhindern und eure Kamera korrigiert die Farben nicht nach, sondern stellt sie so dar, wie sie wirklich sind, wenn auch etwas blasser.

Bilder im RAW-Format speichern

Standardmäßig werden eure Fotos als JPEG-Dateien gespeichert. Im Profi-Modus jedoch könnt ihr die Kamera so einstellen, dass alle Bilder im RAW-Format abgelegt werden. Achtet bei dieser Einstellung unbedingt darauf, dass ihr eure Bilder zeitnah auf den PC übertragt, um wieder Platz auf dem Smartphone zu schaffen. RAW-Dateien verbrauchen meist mehr als 20 Megabyte, sind dafür aber auch umso detaillierter und geben euch nachträglich viel mehr Möglichkeiten zur Nachbearbeitung.

Zusammenfassung:

  • Durch den Modus „Große Blende“ könnt ihr den Hintergrund unscharf werden lassen und dadurch das Objekt im Vordergrund noch besser in Szene setzen. Auch in der Dunkelheit ist diese Einstellung hilfreich.
  • Wenn ihr das Bild richtig zusammenstellt, wird es umso schöner. Vermeidet es, das Motiv direkt ins Zentrum des Bildes zu setzen, sondern wendet hier eher die Drittel-Regel an. Auch die Fibonacci-Spirale kann euch dabei helfen, die perfekte Bildkomposition zu finden. Zusätzlich stehen euch noch weitere Raster zur Verfügung, mit denen ihr arbeiten könnt.
  • Den Profi-Modus findet ihr, wenn ihr in der Kamera-App nach oben wischt. Hier könnt ihr verschiedene Einstellungen vornehmen, wie zum Beispiel die Angleichung der ISO-Werte oder auch den Weißabgleich. Dadurch habt ihr die komplette Kontrolle darüber, wie euer Bild tatsächlich aufgenommen wird.
  • Wenn ihr die Dateien im RAW-Format speichern möchtet, achtet auf genügend freien Speicher.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*