Handy im Straßenverkehr

Handy im Straßenverkehr
Handy im Straßenverkehr

Die Vielzahl an Regelungen zum Thema Handy im Straßenverkehr ist häufig verwirrend. Unterschiedliche Urteile sorgen für Unsicherheiten. Deshalb schafft handyflash jetzt Klarheit darüber, was im Straßenverkehr und am Steuer erlaubt ist und was nicht.

Bußgeldkatalog 2018

Laut dem aktuellsten Bußgeldkatalog kostet es dich 100 €, wenn du als Fahrer das Handy am Steuer nutzt. Zusätzlich gibt es für den Betroffenen einen Punkt in Flensburg. Radfahrer zahlen immerhin 55€. Dies gilt ab dem Moment, in dem der Fahrzeugführer das Handy auf irgendeine Art und Weise bedient. Der Beifahrer ist hiervon nicht betroffen. Bei einem einmaligen Verstoß erwartet den Verkehrssündiger kein Fahrverbot, sofern es nicht zu einer Gefahrensituation oder gar Sachbeschädigung gekommen ist. Ist eines von beidem hingegen eingetreten, bist du für einen Monat deinen Führerschein los und bekommst gleich zwei Punkte. Dazu kommt ein höheres Bußgeld. Wirst du mit dem Handy in der Hand geblitzt, zahlst du zumindest zum Teil für beide Ordnungswidrigkeiten. Zusätzlich kann dich ein Fahrverbot erwarten. Wirst du in der Probezeit mit dem Handy am Steuer erwischt, wird das als A-Verstoß gewertet und deine Probezeit verlängert sich um zwei Jahre.

Nicht nur das Telefonieren ist verboten

Einige Menschen glauben, dass nur das Telefonieren am Steuer verboten sei. Falsch. Jegliche Bedienung eines Handys kann geahndet werden. Grauzonen finden sich hier, wenn sich das Handy in einer Freisprecheinrichtung befindet. Das Bußgeld wird auch dann fällig, wenn der Fahrer eine SMS oder Mail liest oder schreibt. Ebenso ist die Bedienung des handyinternen Navigationssystems verboten. Selbst normale Navigationssysteme sollten nicht während der Fahrt bedient werden, da sie den Fahrer zu sehr vom Geschehen auf der Straße ablenken. Übrigens: Auch das Wegdrücken eines Anrufers zählt als Bedienung des Smartphones. Das Vergehen wird als Ordnungswidrigkeit gewertet, weshalb die Tilgungsdauer für den erhaltenen Punkt 2,5 Jahre beträgt.

Worst case: Unfall bei Bedienung des Handys

Wer wegen der Handynutzung am Steuer einen Unfall verursacht, kann davon ausgehen, dass er für den entstandenen Schaden selbst aufkommen muss. Kann einer der Beteiligten beweisen, dass der Fahrzeugführer durch sein Mobiltelefon abgelenkt war, zahlt die Versicherung nicht. Der Grund: grobe Fahrlässigkeit beim Führen des Fahrzeuges. Wie hoch die Strafen bei Verursachung eines Unfalles sind, hängt von der Schwere des Unfalls und der dadurch entstandenen Schäden ab. Unter Umständen kann es zu einem Strafantrag wegen fahrlässiger Körperverletzung oder gar Tötung kommen. In diesem Fall kann auf den Unfallverursacher eine Haftstrafe von mehreren Jahren zukommen.

Der Einzelfall: Was ist erlaubt und was nicht?

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe an gerichtlichen Urteilen zum Thema ‚Handy am Steuer‘. Erlaubt ist nach diesen Prozessen das Telefonieren mit einer Freisprechanlage, sofern das Gerät dafür nicht bedient werden muss. Die Navigationsfunktion des Smartphones darf genutzt werden, aber nur solange der Fahrer das Handy nicht berührt. Ähnlich sieht es mit dem Musikhören über das Handy aus. Läuft lediglich eine Playliste auf dem Handy, kann der Fahrer für keine Ordnungswidrigkeit belangt werden. Auf der anderen Seite ist es nach einem Gerichtsbeschluss erlaubt, ein klingelndes Handy an eine andere Person weiterzugeben, solange der Fahrzeugführer nicht aufs Display sieht. Ebenso ist das Aufheben eines heruntergefallenen Handys erlaubt und es folgt kein Bußgeld.

Nutzung bei stehendem Wagen

In vielen Fällen wurde Revision gegen Bußgeldbescheide eingelegt, weil der Beschuldigte angab, dass sein Wagen bei der Bedienung des Handys stand. Das allein reicht allerdings nicht aus. Die Beschäftigung mit dem Smartphone ist nur dann erlaubt, wenn das Fahrzeug ausgeschaltet ist. Die Bedienung im Stau oder roter Ampel sollte demnach nur bei abgeschaltetem Motor erfolgen. Auf dem Standstreifen der Autobahn reicht übrigens nicht einmal das aus. Hier ist das Halten nur in Notfällen gestattet und/oder wenn ein technischer Defekt vorliegt. Nicht aber, um das Handy zu bedienen. Natürlich reicht es als Fahrradfahrer, stehen zu bleiben, da es hier keinen Motor gibt, der abgeschaltet werden müsse. Bei Autos mit Start-Stopp-Automatik genügte es im letzten Jahr, den Wagen zum Stehen zu bringen – so einige Gerichtsurteile. Aber Vorsicht: Inzwischen wurde die Regelung verschärft und der Motor muss ausgeschaltet sein, um keine Ordnungswidrigkeit zu begehen.

Quellen:
https://www.bussgeldkatalog.org/handy/
https://www.bussgeldkatalog.org/handy-am-steuer-probezeit/
https://www.adac.de/der-adac/verein/aktuelles/handy-am-steuer/
https://www.e-recht24.de/artikel/verkehrsrecht/10109-handy-am-steuer-was-erlaubt-ist-und-was-nicht.html

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*