Test: Cells – Unendliche Evolution von der Zelle zur Singularität

Quo vadis, Menschheit?

Auf der Suche nach neuen und schönen Handyspielen haben wir wieder ein wenig im Google Play Store gestöbert und „Unendliche Evolution“ gefunden. Sah interessant und vor allem nicht nach dem üblichen Pay-to-play-Puzzle aus. Heruntergeladen, installiert, gestartet. Was das Spiel kann und wie hoch der Suchtfaktor ist, erzählen wir dir in unserem Test.

Am Anfang war das Universum

Das Spielprinzip ist im Grunde sehr leicht. Sammle Punkte, um die Evolution voranzutreiben. Wie? Warten. Einfach warten. Je weiter du Zellen und Organismen durch Antippen entwickelst, desto mehr „Entropie“ pro Sekunde kommen angeflogen und du kannst die verschiedenen Symbole erneut weiterentwickeln. Die Entwicklung kostet jedes Mal ein paar Punkte mehr, sodass du irgendwann ein wenig länger warten musst, bis genügend Punkte vorhanden sind.

Es geht also darum, die Menschheit und die Technik durch das Sammeln von Punkten möglichst weit zu entwickeln. Das war es auch schon. Wirklich? Wirklich. Nach und nach werden sicherlich noch neue Entwicklungen eingestellt, damit man weiter sammeln und entwickeln kann, aber das Spielprinzip ist damit erklärt.

Der Spielverlauf

Der Titel des Spiels ist eigentlich nicht ganz richtig, denn der Spieler beginnt nicht mit einer Zelle, sondern mit dem Universum selbst. Neben der Sonne befindet sich ein runder, brauner Felsen, aus dem Wohl die Erde werden soll. Tippe links unten auf das zweite Symbol und du landest im Evolutionsbaum. Die erste Hürde ist der Heimatstern, den du zum Planeten Erde weiterentwickeln musst. Anschließend kommt die Ursuppe und nun geht es richtig los. Hast du die Aminosäure erreicht, kannst du diese vervielfachen, damit mehr Entropie produziert wird.

Durch zusätzliche Abzweigungen im Evolutionsbaum ergeben sich größere Vermehrungsfaktoren. Dann geht es zur DNA, zur eukaryotischen Zelle und irgendwann über Fisch und Affe zum Menschen. Das Petrischalensymbol links unten bringt dich in die jeweilige Umgebung, um dann deine animierten Errungenschaften betrachten zu können.

Test: Cells - Unendliche Evolution von der Zelle zur Singularität

Neben der biologischen Entwicklung beginnt ab dem Affen auch die erste Idee. Von hier an, kannst du parallel zu den Organismen auch die Technik und das Wissen des Menschen erweitern. Von der Steinzeit bis zum Informationszeitalter und weit darüber hinaus gibt es viele kleine technische Errungenschaften, die dir wiederum mehr Punkte einbringen. Es ist also eine schöne Simulation der Evolution. So weit so gut. Es kommen nach den bekannten Technologien noch einige Dinge, die überraschend sind, ebenso wie ein massiver Plot-Twist.

Das Sammeln geht dir nicht schnell genug? Tippe einfach in den leeren Raum zwischen den Ästen des Evolutionsbaums oder in einem Umweltbereich der Petrischale und du kannst zusätzliche Punkte einfahren. Würdest du also den ganzen Tag nur stumpf auf dem Display rumtippen, erlangst du massiven Spielfortschritt. Zwischendurch fliegen in den Umweltregionen auch goldene Elemente durch die Gegend, die nach Antippen und einem kurzen Werbevideo Bonuspunkte bringen. In der Startansicht aus dem Weltraum fliegt hin und wieder ein Komet vorbei. Tippst du ihn an, kannst du nach einem Werbevideo die Bonuspunkte beim Tippen für kurze Zeit vervielfachen.

Test: Cells - Unendliche Evolution von der Zelle zur Singularität

Spiel mit Suchtpotenzial, aber Luft nach oben

Das Spiel ist nicht uninteressant und zeigt auf nette Art und Weise, wie sich die Welt entwickelt hat und wohin es noch mit uns gehen könnte. Aber wo ist die Herausforderung? Kein Rätselraten, keine Kombinationsspielchen, die das Ganze etwas immersiver gestalten könnten. Nach Aussage der Entwickler im Play Store heißt es schon „Diese App befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Sie ist möglicherweise instabil“. Das ist ehrlich und von instabilen Elementen oder Abstürzen der App haben wir nach einer Woche nichts gemerkt.

Test: Cells - Unendliche Evolution von der Zelle zur Singularität

Eigentlich finden wir diese Entwicklungsspiele mit wissenschaftlichem Hintergrund wirklich wunderbar und das Spiel hat echt Potenzial. Aber irgendwie fehlt dem Spiel das gewisse Etwas. Selbstverständlich gibt es Optionen, um echtes Geld auszugeben, aber das braucht man nun wirklich nicht. Tippen, Werbevideo, Tippen, Werbevideo, Tippen. Viel mehr ist es eben nicht. Die Idee hinter dem Spiel ist wirklich interessant und man sieht, wie viel Mühe in diesem Spiel steckt, aber die App wäre mit dem gewissen „Erforschungs-Faktor“ eben ein ganzes Stück besser. Ein sich wiederholender Evolutionszyklus reicht hier nach einigen Tagen einfach nicht mehr aus.

ABER: Obwohl es eigentlich nicht herausfordernd ist, ist der Suchtfaktor enorm hoch. Man möchte irgendwann einfach noch schneller Punkte sammeln und natürlich erfahren, was aus der Menschheit wird. Auch der Plot-Twist im weiteren Verlauf sorgt tatsächlich für steigendes Interesse, auch wenn das Hirn des Spielers im Grunde nichts zu tun bekommt.

Kurz gesagt: „Unendliche Evolution“ ist ein netter und interessanter Zeitvertreib, der auf komplexere Aufgaben hoffen lässt. Wer neugierig ist, kann mal einen Blick reinwerfen und sich eine eigene Meinung bilden. Wir selbst waren zu 50 Prozent amüsiert.

Hier könnt ihr „Unendliche Evolution“ kostenlos herunterladen und spielen:

Google Play Store
Apple iTunes

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