WhatsApp: Sind Nachrichten manipulierbar?

WhatsApp Sicherheitslücke
  • Forscher der Softwarefirma Check Point finden Manipulationmöglichkeiten von WhatsApp-Nachrichten.
  • Die Lücke soll mit der „Zitieren“-Funktion in Chats zusammenhängen.
  • Die Software-Entwickler dementieren Sicherheitsrisiko.

WhatsApp hat in den letzten Jahren an Sicherheit definitiv zugelegt. Dafür sorgen unter anderem die Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen von Chats. Jetzt gibt die Softwarefirma Check Point an, eine Sicherheitslücke bei dem Messaging-Dienst gefunden zu haben.

Schwächen in der Zitieren-Funktion

Check Point ist ein Unternehmen, das sich auf Sicherheit im IT-Bereich spezialisiert hat. Jetzt hat die Firma WhatsApp genauer unter die Lupe genommen und will eine Sicherheitslücke gefunden haben. Sicherheitsexperten des Unternehmens haben eine gehackte Version von WhatsApp kreiert und konnten über die „Zitieren“-Funktion Nachrichten umschreiben und sogar den Chat-Teilnehmer ändern. Die ursprüngliche Nachricht wird dabei nicht verändert. Wer also die zitierte Nachricht anklickt, wird auf die Originalnachricht weitergeleitet. Spätestens dann wird die Manipulation deutlich.

Manipulation nur in Gruppen sinnvoll

In herkömmlichen Zweier-Chats würde sich eine entsprechende Manipulation als kaum sinnig erweisen. Hier würde die Manipulation viel zu schnell auffallen. In größeren Gruppen-Chats hingegen könnte eine entsprechende Veränderung von Nachrichten durchaus Verwirrung stiften, so Check Point. Man hat weniger Überblick über die Nachrichten und je nach Größe der Gruppe kennt man nicht einmal alle Teilnehmer. In der Theorie ist es so möglich, den Absender der Nachricht zu verändern und niemand merkt den Betrug. Laut Check Point gibt es über eine Milliarde WhatsApp-Gruppen, die mehrere hundert Personen angehören.

Das sagen die Entwickler

WhatsApp reagiert auf die Bekanntmachung am Mittwoch entspannt. Für den Entwickler ist die Option, zitierte Nachrichten zu verändern, keine Sicherheitslücke. Viel eher erachtet er es als ähnliche Option wie das Verändern weitergeleiteter E-Mails. Nur, dass wir bei WhatsApp sehr schnell selbst nachprüfen können, ob eine Nachricht tatsächlich so geschrieben wurde. Ein Sprecher sagte, dass der Entwickler sich das vermeintliche Problem genauer angesehen hätte. Und dass kein Grund für zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen bestehe. Die Aussage: Derartige Manipulationsversuche könnten nur durch eine Überwachung des gesamten Nachrichtenverkehrs aufgehalten werden – und das ginge auf Kosten der Privatsphäre.

WhatsApp wirbt mit Sicherheit

Das Totschlag-Argument für das Verhindern entsprechender Manipulationen ist die dafür nötige Überwachung der WhatsApp-Nutzer. Alleine der Gedanke ist gruselig und würde zu einem ziemlichen Aufschrei führen. Immerhin wirbt WhatsApp selbst mit der hohen Sicherheit im Bereich der Privatsphäre. Jeder einzelne Chat ist via Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vor fremden Zugriffen geschützt und das soll auch so bleiben. Das Problem liegt außerhalb dieses Bereiches und könne kaum als Sicherheitslücke verstanden werden. Und Hand aufs Herz: Wer käme auf die Idee, Konversationen von Angesicht zu Angesicht als Sicherheitsproblem zu bezeichnen, nur weil wir Freunde womöglich falsch zitieren? Hier ist das Problem wohl ein ganz anderes.

Bisher keine bekannten Fälle

Zwar sind Veränderungen von zitierten Nachrichten in der Theorie möglich, bisher gibt es allerdings keine bekannten Fälle, in denen das tatsächlich umgesetzt wurde. Die Frage ist auch, was eine derartige Manipulation dem Verursacher bringen würde. Er würde allenfalls Verwirrung stiften oder Streitigkeiten provozieren, die sich allzu schnell aus der Welt schaffen ließen. Davon abgesehen plant WhatsApp aktuell weitere Updates, die für mehr Sicherheit sorgen und der Verbreitung von Fake News entgegenwirken sollen. Darunter auch eine Funktion, die die Weiterleitung von Nachrichten eindämmen soll.

 

Quelle: https://www.t-online.de/digital/handy/id_84235842/forscher-warnen-whatsapp-chats-sind-manipulierbar.html

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