Facebook will seine Messaging Services kombinieren

So viel zur Privatsphäre?
  • Facebook denkt darüber nach, Instagram, Whatsapp und Facebook zu fusionieren.
  • Der Schritt soll unter anderem den Monopolvorwurf und eine Spaltung Facebooks verhindern.
  • Kritiker sorgen sich um die Privatsphäre der Nutzer.

Ende Januar ist bei den New York Times ein Bericht darüber aufgetaucht, dass Mark Zuckerberg, Facebooks Exekutive, plant, Facebook, Instagram und WhatsApp in einem Messenger zu vereinen. Die Entscheidung dürfte bei den meisten Nutzern eher Bauchschmerzen als Vorfreude verursachen.

Monopol trotz Skandal

In den letzten Jahren hat Facebook nicht nur einige Verluste gemacht, sondern war auch immer wieder Subjekt von Skandalen. Dabei ging es nicht zuletzt um die Privatsphäre und den Datenschutz seiner Nutzer, womit der Konzern es offenbar nicht so ganz ernst genommen hat. Bislang waren WhatsApp, Instagram und Facebook drei unabhängige Apps, die insgesamt mehr als 2,6 Milliarden Nutzer aufweisen. Es handelt sich um die drei größten Messaging Services, die aktuell auf dem Markt sind – dem Skandal zum Trotz. Diese Apps könnten womöglich in Zukunft fusioniert werden.

Große Aufgabe mit einigen Problemstellen

Für die Zusammenführung scheint Ende 2020 angesetzt zu sein. Die Angestellten stehen vor einigen Herausforderungen. So ist es aktuell zwar möglich, das Facebook- mit dem Instagramkonto zu verknüpfen, WhatsApp hingegen war bisher eigenständig. Zudem haben alle drei Messenger ihre eigene Infrastruktur und bislang gibt es einzig bei WhatsApp eine Verschlüsselung, um Kundendaten zu schützen. Nach bisherigem Stand soll bei Zusammenschluss eine Verschlüsselung aller Nachrichten in Angriff genommen werden. Zuckerberg verrät, dass der Plan sei, ein möglichst positives Nutzererlebnis zu schaffen.

Sorge um Datenschutz

Androidheadlines hat die Sorge der meisten Nutzer, die mit einem solchen Zusammenschluss einhergeht, auf den Punkt gebracht: Wir wollen, dass unsere Daten sicher sind und Facebook möglichst wenig davon überlassen. Wie sollen wir einem Unternehmen vertrauen, dass mit privaten Daten hausieren geht? So müssen wir für die Nutzung von WhatsApp in erster Linie unsere Handynummer angeben. Aber niemand sollte sich recht wohlfühlen, seine Handynummer auch an Facebook selbst weiterzugeben. Insbesondere was Fragen um die Privatsphäre angeht, dürfte Facebook vor einem Berg an Aufgaben und skeptischen Nutzern stehen.

Zusammenschluss zur Stabilisierung des Konzerns?

Dass das Unternehmen Messaging inzwischen monopolisiert hat, ist nicht neu. So dürfte Facebook das eine ums andere Mal Sorge gehabt haben, dass die Regierung einen Riegel vorschiebt und den Konzern splittet. Hat Facebook am Ende effektiv nur noch eine App, die Nutzern zur Verfügung gestellt wird, ist diese Befürchtung vom Tisch und eine Teilung nicht mehr so einfach durchzusetzen. Zudem erhofft Zuckerberg sich wieder mehr Interaktion von Nutzerseite. So soll die Zusammenführung die Apps wieder attraktiver machen und verhindern, dass potenzielle Kunden sich bei der Konkurrenz niederlassen.

Mitbegründer von Instagram und WhatsApp gehen

Interessant ist, dass erst im letzten Jahr die Gründer von Instagram und WhatsApp den Konzern verlassen haben. Die Begründer von WhatsApp sind im April gegangen, Instagrams relativ spontan im September. Wahrscheinlich ist, dass beide mit den Plänen Zuckerbergs nicht einverstanden waren und daher lieber früher als später das Schiff verlassen haben. Zudem soll es zu Konflikten mit WhatsApp-Mitarbeitern gekommen sein, so die New York Times. Als Facebook WhatsApp und Instagram aufgekauft hat, wurde beiden noch Autonomie versprochen. Was nun allerdings auf der Agenda steht, sieht nach allem aus – aber nicht nach Autonomie und Entscheidungsgewalt der Mitbegründer.

Kritik von außen

Der Präsident des Electronic Privacy Information Centers hat eine regelrechte Katastrophe für die Privatsphäre von Internetnutzern vorausgesagt und hat sich an die Federal Trade Commission gewandt. Sie solle eingreifen, um einerseits den Wettbewerb zu erhalten und andererseits die Privatsphäre zu schützen. Daher kam von demokratischer Seite bereits der Misstrauensvorwurf und der Abgeordnete Ro Khanna sprach sich im Rahmen des Wettbewerbs für eine Trennung der drei Messaging Services aus.

Wie macht Facebook aus Massaging Geld?

Bislang haben die drei Plattformen an sich kaum Profit eingebracht. Das könnte mit ein Grund sein, warum Zuckerberg über einen Zusammenschluss nachdenkt. Genaue Informationen, wie er das Ganze nach der Zusammenführung profitabel machen will, gab es zwar nicht, allerdings können wir davon ausgehen, dass künftig auch endgültig bei WhatsApp Werbung geschaltet wird. So hätten auch kleinere Firmen die Chance, mögliche Kunden zu finden und Facebook für Marketing zu nutzen. Eine weitere Idee wäre, den Facebook Marketplace zu mobilisieren, wo Menschen Produkte an- und verkaufen können.

Ob es schlussendlich wirklich zur Zusammenführung kommen wird, steht bislang noch in den Sternen. Allerdings können wir davon ausgehen, dass Facebook mit ordentlich Gegenwind wird rechnen müssen.

Quellen:

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