Facebook-Forschung: aber dieses Mal richtig?

Frau hält Handy mit geöffneter Facebook App in der Hand

In der Vergangenheit war Facebook wegen fragwürdiger Methoden, Daten seiner Nutzer zu sammeln, vermehrt angeeckt. Das soll sich jetzt ändern. Der Konzern zahlt Nutzer dafür, dass er Verhaltensmuster analysieren und entsprechende Daten verwerten darf.

Facebook sucht Probanden für „Study“

Facebook hat eine neue Analyse-App mit dem Namen „Study“ entwickelt. Über eine Werbeanzeige sucht das Unternehmen zurzeit nach Interessenten, die die Anwendung gegen ein Entgelt auf ihrem Smartphone installieren und die Analyse ihres Nutzerverhaltens erlauben. Aktuell besteht nur für Nutzer in Indien und den USA die Chance, an dem Projekt teilzunehmen.

Dafür müssen sie nach dem Klick auf die Gesuche einige Fragen beantworten, um sich als Proband zu qualifizieren. Bislang ist „Study“ nur über eine Einladung und nur über Googles PlayStore beziehbar. Künftig könnte die App auch in anderen Ländern und für iOS verfügbar sein.

Teilnahme erst ab 18 Jahren

Das letzte Projekt von Facebook dieser Art setzte sich unter anderem deshalb heftiger Kritik aus, weil Teilnehmer nicht volljährig sein mussten. Die App „Research“ konnte für jeden zwischen 13 und 35 Jahren installiert werden und brachte den Probanden monatlich einige Euro ein. Damit wurde demnach auch das Nutzerverhalten von Teenagern genauer untersucht, was Facebook einiges an Ärger einbrachte. Schwierigkeiten gab es zudem, weil die App gegen Richtlinien von Apple verstieß.

Daneben gab es eine vermeintliche VPN-Anwendung mit Namen „Onavo Protect“. Sie versprach sicheres Surfen online, sammelte aber Daten von Nutzern und wurde daher eingestellt. Bislang ist „Study“ noch nicht für iPhones verfügbar und kann erst ab 18 Jahren genutzt werden. Offenbar scheint der Konzern aus seinen Fehlern gelernt zu haben. Das Ziel scheint es zu sein, offener und transparenter mit den Forschungsanwendungen umzugehen.

„Study“ will alles besser machen

Facebook äußert sich in einer Mitteilung über den großen Wert von Marktstudien, da sie ein besseres Nutzungserlebnis versprechen. Nach eigener Aussage dient die Marktforschung dazu, bessere Produkte für Menschen zu erschaffen und damit Lücken zu schließen. Besonders deutlich macht der Konzern zudem, dass es wichtig sei, dass Menschen wissen, wofür sie sich anmelden. Hier scheint Transparenz an oberster Stelle zu stehen. Ebenso essenziell ist es, genau zu wissen, was mit den Nutzerdaten passiert und wie die Nutzer sich wieder von der Studie abmelden können.

We’ve learned that what people expect when they sign up to participate in market research has changed, and we’ve built this app to match those expectations.

Es scheint, als mache „Study“ alles anders als seine Vorgänger und unterscheide sich grundlegend von ihnen. Nach eigener Aussage lässt Facebook beispielsweise die Finger von privaten Dateien, Fotos und Videos sowie natürlich Passwörtern und Privatnachrichten. Stattdessen wird der Blick explizit auf das gerichtet, was helfen könnte, das Nutzerverhalten besser zu verstehen und die eigenen Produkte entsprechend anzupassen. Daher sammelt die Anwendung die folgenden Daten und übermittelt sie an Facebook:

  • installierte Anwendungen
  • Nutzungsdauer der Apps
  • Herkunftsland des Nutzers und Gerätetyp

Quellen: