Google kündigt Geschäftsbeziehungen zu Huawei auf

Huawei und Android

Huawei: Konflikt mit den USA spitzt sich zu

Der Handelskonflikt zwischen Huawei und den USA zieht immer größere Wellen. US-Präsident Donald Trump hat am letzten Mittwoch einen Telekommunikationsnotstand per Dekret ausgerufen. Dabei geht es darum, Unternehmen die Möglichkeit zu geben, die Zusammenarbeit mit ausländischen Unternehmen brachzulegen.

Angeblich war dieser Schritt nicht ausschließlich gegen Huawei gerichtet. Betrachten wir allerdings die Vorgänge der letzten Monate, scheint das Dekret des Zufalls zu viel zu sein. Die USA beschuldigt Huawei, den Verkauf seiner Geräte innerhalb den USA für Spionagezwecke zu nutzen. Seitdem ist Huawei auf dem amerikanischen Markt kaum noch vertreten.

Google beugt sich Dekret des Präsidenten

Mit dem Beschluss Trumps, Huawei auf die Schwarze Liste zu setzen, wurde US-Unternehmen die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hersteller untersagt. Darauf reagiert Google und stellt die Geschäftsbeziehungen mit Huawei vorerst ein – mit weitreichenden Folgen für Huawei und deren Nutzer. Der Entschluss sorgt dafür, dass Huawei in Zukunft auf unbestimmte Zeit keine Hard- oder Software seitens Googles erwarten kann.

Künftige Android-Geräte des Chinesen können damit beispielsweise nicht mehr auf den PlayStore zugreifen oder Anwendungen wie Maps oder Gmail nutzen. Lediglich die Open-Source-Produkte stehen dem Hersteller noch zur Verfügung. Einem offiziellen Tweet von Googles Seite lässt sich entnehmen, dass Nutzer, die bereits ein Huawei-Smartphone besitzen, allerdings nichts zu befürchten haben.

Auch honor betroffen

Das Open-Source-Project wird dafür sorgen, dass Sicherheitsupdates für betroffene Geräte weiter ausgeliefert werden. Große Android-Updates wird es dennoch künftig nicht mehr geben. Davon betroffen ist wohl nicht nur Huawei selbst, sondern auch honor, die Tochtermarke des Unternehmens. Auf Twitter wurden Beschwerden von Nutzern laut, die Google unter anderem fehlendes Rückgrat im Angesicht eines sprunghaften Präsidenten vorwerfen.

Huawei hüllt sich in Schweigen

Bislang hat sich Huawei selbst zu dem Bann noch nicht geäußert. Wie es künftig weitergehen wird, ist noch unklar. Zwar kann der Hersteller weiterhin auf das Betriebssystem per se zugreifen, den Play Services allerdings hat Google einen Riegel vorgeschoben. Aktualisierungen von Apps? Fehlanzeige.

Hier dürften einige Sicherheitsfragen auf Huawei zukommen. Es klingt wie blanker Hohn: Erst im März hatten wir darüber berichte, dass Huawei ein eigenes Betriebssystem für den Notfall in petto hat. Dass der Konzern es allerdings so früh brauchen würde, hat wohl von Nutzerseite aus niemand vermutet.

Das Dekret scheint zudem nicht nur Auswirkung auf Google zu haben. Offenbar plant die US-Regierung, Huawei von Kern auf zu zersetzen. Auch andere US-Unternehmen haben dem Ruf Folge geleistet und sich vorläufig dafür entschieden, die Zusammenarbeit mit Huawei einzustellen. Dazu gehören auch Hardwarehersteller wie Intel und Qualcomm. Ob der Konzern auch hier einen Plan B in der Tasche hat, bleibt abzuwarten. Als Platz 2 der Smartphone-Hersteller mit den größten Marktanteilen hat Huawei große Pläne für die Zukunft geäußert. Samsung soll vom Thron gestoßen werden.

Inwieweit die USA Huaweis Pläne beeinträchtigen, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen müssen.

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