Google Fuchsia: Wann hat Android ausgedient?

Löst Fuchsia Android ab?
Bild: 9to5google

Bei Android scheinen sich immer mehr Sicherheitslücken aufzutun. Eine Lösung könnte Googles Fuchsia-System sein, das sich seit einigen Jahren in der Entwicklung befindet.

Googles Android scheint allmählich aus den Fugen zu laufen und immer häufiger wird Kritik laut. Klaffende Sicherheitslücken und Datenklau-Skandale könnten der erste Schritt für Androids Ableben sein. Die Alternative: Google Fuchsia, das sagenumwobene Hybrid-Betriebssystem, an dem Google scheinbar seit 2016 stillschweigend arbeitet. Vor drei Jahren haben wir erstmals über Googles Fuchsia-Betriebssystem berichtet. Einige der Aussagen, die wir in dem Artikel getroffen haben, müssen wir heute womöglich widerlegen oder zumindest relativieren.

Immer wieder gab es Gerüchte zu Fuchsias Vorstellung. Bislang hält sich Google selbst jedoch erstaunlich bedeckt, was das Herausrücken von Informationen rund um das Betriebssystem angeht. Warum das so ist, scheint nicht recht klar zu sein, schließlich können erste Versionen von Fuchsia bereits auf Googles Pixelbook getestet werden. Im Netz kursieren zudem einige Bilder zu der Oberfläche des Betriebssystems, das offenbar eine Eierlegende-Wollmilchsau werden soll.

Androids Schwachstellen offenbaren sich

Was wir nach drei Jahren vor allem korrigieren müssen, ist die Aussage, dass Fuchsia Chrome und Android vermutlich nicht ablösen wird. Aktuell erheben sich immer mehr Stimmen gegen Android, seitdem unter anderem Ende letzten Jahres klarwurde, dass etliche Android-Anwendungen die Daten der Nutzer ausspionieren und teilweise an Facebook weiterleiten. Googles Reaktion? Kann allenfalls als schwache Kenntnisnahme gewertet werden. Böse Zungen behaupten, dass Google überfordert mit den anfallenden Problemen ist. Und die häufen sich. Immer wieder wird Malware durch Hintertüren eingeschleust, das Play-Protect-Programm versagt und das Filtern gefährlicher Apps wird immer unsicherer.

Hinzu kommen lange Auslieferungszeiten für neue Updates und der Fakt, dass nur wenige Smartphones überhaupt alle Updates erhalten. Alte Systemversionen sind ein gefundenes Fressen für Schadsoftware und Hacker. Und je günstiger das Smartphone, umso wahrscheinlicher ist es, dass der Support viele Jahre vorhält. Das zeigt sich allein dadurch, dass auch 2019 neue Einsteiger-Smartphones verkauft werden, die immer noch mit dem eigentlich veralteten Android Oreo ausgeliefert werden. Diese Fragmentierung macht es schwierig, alles unter einem Hut zu halten. Eine zuverlässige Produktpflege scheint unmöglich geworden zu sein. Eigentlich ein Armutszeugnis, wenn man bedenkt, dass Android einen gigantischen Marktanteil weltweit innehat.

Was ist Fuchsia?

Werfen wir also erneut einen Blick auf Fuchsia. Das Betriebssystem basiert, im Gegensatz zu Android und Googles Chrome nicht auf einem Linux-Kern. Der Kerncode, der verwendet wird, ist ein von Google eigens entwickeltes System mit dem Namen Zircon. Der Clou an Fuchsia ist, dass es nicht nur auf Smartphones und Laptops, sondern auf quasi allen Geräten laufen soll, die eines Betriebssystems bedürfen. Damit also auch auf Tablets und zum Beispiel Smarthome-Geräten. Das Ziel ist es, eine größtmögliche Kompatibilität zu erreichen.

Was wir bisher über Fuchsia wissen

Angeblich soll Fuchsia mit Android-Apps kompatibel sein und das ultimative Google-Betriebssystem werden. Es vereint zwei unterschiedliche UIs – ein Interface für Smartphones und ein weiteres für den Desktop-Gebrauch. Damit haben wir bei Google ein ähnliches Vorgehen wie bei Microsoft und Windows 10. Was wir auch im Video von Ars Technica sehen, ist, dass Fuchsias Nutzeroberfläche mit einem Kartensystem arbeitet. Der Homescreen erinnert an den Feed von Google Now, die Karten haben etwas von Microsofts Kacheln.

Zusätzlich soll der Google Assistant fest in Fuchsia integriert werden und dort eine entscheidende Rolle spielen. Die General Public License soll gestrichen werden und ein Analytic-Programm mit der Bezeichnung Cobalt das Nutzerverhalten analysieren – wobei die Sicherheitsvorkehrungen größer sein dürften als bei Android. Besonders interessant: Fuchsia wird ein Tool beinhalten, dass alle aktuellen App-Informationen in einem Account speichert, so dass der Nutzer sie auf jedem Gerät abrufen kann. Ein Tool für Synchronisationen, wenn man so will.

Release immer noch unbekannt

Und hier haben wir das große Aber. Zwar ist Fuchsia seit einigen Jahren in der Entwicklung – wann es allerdings effektiv marktfähig ist, ist unbekannt. Äußerungen von Google lassen auf sich warten. Allerdings ist inzwischen bekannt, dass Google sich für die Arbeit an Fuchsia den einen oder anderen bekannten Namen ins Boot geholt hat. So soll Nick Kralevich, früher bei Android für den Bereich Sicherheit zuständig, nun an Fuchsia mitarbeiten. Zusätzlich hat Google offenbar Bill Stevenson, einen ehemaligen Ex-Manager von Apple und macOS-Entwickler, hinzugezogen, der seinerseits auf LinkedIn die Zusammenarbeit an Fuchsia bestätigt hat.

Bill Stevenson bestätigt Mitarbeit an Fuchsia

Anhand dessen zeigt sich, dass Fuchsia trotz des fehlenden Statements von Seiten Googles nicht abgeschoben ist und dass der Entwickler tatsächlich plant, das Betriebssystem früher oder später auf den Markt zu bringen. Aktuellere Spekulationen peilen 2024 als Jahr für das endgültige Release von Fuchsia an. Solange Google sich aber in Schweigen hüllt, dürften das wirklich nicht mehr als abenteuerliche Behauptungen sein.

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