Deshalb solltest du den RAM-Speicher bei Android nicht leeren

Selbst ist der Androide.
  • Der Arbeitsspeicher dient als Ablage für temporäre Daten.
  • Android kümmert sich in der Regel eigenständig um eine effiziente RAM-Verwaltung.
  • Manuelles Eingreifen ist nur bei Appfehlern und Crashs notwendig.

Für ein vermeintlich besseres Speicher-Management installiert mancher Nutzer entsprechende Apps auf seinem Gerät. Warum ein voller Arbeitsspeicher aber gar nichts Schlechtes ist, erfährst du hier.

RAM und ROM: Was ist das eigentlich?

Wie in jedem Computer gibt es auch in Smartphones unterschiedliche Speichertypen. Da ist einerseits der interne ROM-Speicher, auf dem du deine Bilder, Apps oder auch Adressbücher speichern kannst. Er ist quasi die Kiste, in die alles reingeworfen wird, was du auf dem Gerät installierst. Neue Funktionen, Anwendungen oder Nummern kommen hinzu und der interne Speicher füllt sich. Er sammelt und speichert konstant Daten.

Bei dem Arbeitsspeicher hingegen handelt es sich um einen Speicher, der sehr viel schneller arbeitet und auch um einiges teurer ist als der interne Speicher. Er ist sozusagen der flexible Mitarbeiter, der ständig unter Strom steht. Seine Aufgabe ist es, als Arbeitsfläche für deine Anwendungen zu dienen. Alles, was du aktuell nutzt, läuft über den RAM-Speicher. Der Arbeitsspeicher ist ein Medium, das temporär Daten speichert und alles wieder vergisst, was nicht an eine Energiequelle angeschlossen ist. Der RAM-Begriff steht für Random Access Memory, also ein Speicher, der beim Zugriff auf Daten zum Einsatz kommt.

Wie viel Arbeitsspeicher braucht dein Smartphone?

Dass die Arbeitsspeicher gerade bei High-End-Smartphones zunehmend größer werden hängt mit der Leistung zusammen, die wir unseren Geräten abverlangen. Immer mehr Menschen nutzen ihr Handy als Konsole – und brauchen dafür einen entsprechend großen Speicher, da die Informationen beim Zocken alle auf dem Arbeitsspeicher abgelegt werden. Wer ständig mehrere Apps parallel geöffnet hat und zwischen ihnen hin und her wechselt, wird zudem irgendwann auf einen vollen Arbeitsspeicher stoßen. Mittlerweile sind vier Gigabyte Arbeitsspeicher der Standard.

Die meisten modernen Flaggschiffe bringen eher sechs, wenn nicht sogar acht Gigabyte RAM mit. Wer sein Smartphone eher moderat nutzt, mag mit vier Gigabyte gut auskommen. Anders sieht es bei denjenigen aus, die auf dem Smartphone hochkarätige Games spielen, die die Leistung des Geräts beeinflussen können. In diesem Fall sind mehr Gigabyte in jedem Fall sinnig, wobei es auch auf das Zusammenspiel mit dem Prozessor ankommt. Großer Arbeitsspeicher ist verschenkt, wenn der Prozessor die Performance nicht bringen kann, die benötigt und gefordert wird.

Vollen RAM-Speicher leeren?

Allem vorweg: Bei einem funktionierenden Android-Smartphone ist eine manuelle Leerung des Arbeitsspeichers nicht nötig. Es ist normal, dass der Arbeitsspeicher nach einer gewissen Zeit voll ist und das ist auch gut so. Würdest du jedes Mal den RAM leeren, wären alle gespeicherten App-Daten verloren und dein Smartphone müsste sie jedes Mal komplett neu hochfahren. Das kostet Zeit, dein Gerät wird langsamer und es verbraucht Akku. Dein Android-System leert den Speicher automatisch, sofern nötig, wenn du neue Anwendungen startest. Sprich: Es schafft sich selbst den benötigten Platz auf dem Speicher.

Das heißt: Wenn du dein Smartphone startest, mehrere Anwendungen öffnest und zwischen ihnen wechselst, laden sie schneller, als wenn du eine App jedes Mal schließt und sie neu startest. Der Grund ist, dass im Arbeitsspeicher Informationen zwischengelagert werden und dein Handy bei Gebrauch auf diese Daten zugreift. Apps, die ständig manuell den Arbeitsspeicher leeren, machen dem Smartphone daher eher Probleme als alles andere. So können selbst leistungsfähige Geräte deutlich langsamer werden. Stell dir vor, du musst fünf Stockwerke laufen und auf jeder Etage was abliefern. Ein gelöschter RAM-Speicher ist, als würdest du vergessen, wohin du möchtest und müsstest die Information nach jeder Etage im Erdgeschoss nachlesen. Die Folge: Du müsstest die Stufen alle wieder neu erklimmen. Effizient? Wohl kaum.

Manuelle Reinigung bei App-Crash

Es gibt nur wenige Fälle, in denen es sich lohnt, den Arbeitsspeicher manuell zu bereinigen. Einer davon ist, wenn eine Anwendung sich aufhängt oder anderweitig Probleme bereitet. Angezeigte Fehlermeldungen, ein weißer Bildschirm, lange Ladezeiten, aber auch überhitzte Geräte zeigen dir an, dass möglicherweise eine App nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert. Versuche zunächst, die Anwendung über die Multitasking-Ansicht zu schließen.

Sollte dein Gerät dann immer noch nicht wieder ordnungsgemäß laufen, kannst du sie manuell in den Einstellungen stoppen. Unter den App-Einstellungen kannst du dir in den Informationen zu der App anzeigen lassen, wie viel Arbeitsspeicher sie belegt. Je nach Android-System kommst du auf unterschiedliche Weise dorthin. Du findest den Punkt unter aktive Dienste oder unter Speichernutzung. Dort kannst du in der Übersicht beziehungsweise im Dreipunktmenü die App beenden (Stoppen/Beenden erzwingen). Bringt das ebenfalls nichts, versuche, dein Smartphone neu zu starten.

Unnötiges Gepäck deinstallieren

Der Grund dafür, dass viele Smartphones mit der Zeit langsamer werden, findet sich unter anderem im falschen Speicher-Management. Je mehr Apps wir installieren, umso mehr Speicher wird benötigt. Das gilt sowohl für den Arbeitsspeicher als auch für den internen Speicher. Häufig vergessen Nutzer, Anwendungen, die nicht oder nicht mehr gebraucht werden, zu deinstallieren. Apps laufen im Hintergrund, ohne wirklich eine Funktion zu erfüllen – das Gerät müllt zu.

Daher ist es sinnvoll, immer mal weder zu schauen, welche Anwendungen welche Ressourcen verbrauchen. Siehst du in deiner App-Liste Apps, die du nicht nutzt, solltest du sie deinstallieren. Das geht im Anwendungsmanager. Bei Anwendungen, die viel Speicher fressen, solltest du überlegen, ob es weniger gewichtige Alternativen gibt, um dir möglichst viel Speicherplatz freizuräumen, ohne dich dabei einzuschränken.

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