Facebook bewertet, wie vertrauenswürdig ihr seid

Frau hält Handy mit geöffneter Facebook App in der Hand

  • Zu viele Fake News sind bei Facebook in Umlauf.
  • Facebook stuft seine Nutzer ein, um zu bewerten, welche geteilten Nachrichten Fakes sein können.
  • Der sogenannte Trust Score könnte auch für andere Inhalte entscheidend sein.

Facebook hat begonnen, die Glaubwürdigkeit seiner Nutzer einzuschätzen, um den Wahrheitsgehalt der von ihnen geteilten Nachrichten einschätzen zu können. Kurz: Wer regelmäßig Blödsinn verbreitet, um zu hetzen oder Aufmerksamkeit zu erregen, könnte auch im privaten Rahmen einiges an Sichtbarkeit verlieren.

Facebooks Kampf gegen Fake News

Die Washington Post veröffentlichte Details über das System und konnte auch eine Bestätigung seitens Facebook vorweisen. Dieses System wirkt auf den ersten Blick ein wenig dystopisch, aber Facebook sieht es als wertvolles Werkzeug, um Falschinformationen aussortieren zu können. Der sogenannte Trust Score kam schon im Laufe des Jahres 2017 zum Einsatz. Laut der Washington Post soll er Facebook in seinem Kampf gegen Fake News helfen. Facebook ist teilweise auf die Meldungen der Nutzer angewiesen, um solche Falschmeldungen ausfindig zu machen. Wenn genügend Nutzer einen Beitrag als falsch melden, wird ein Mitarbeiter den Fakten-Check durchführen.

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Der Trust Score

Jede Meldung zu überprüfen, die täglich eingeht, wäre sogar für ein ganzes Unternehmen zu viel. Also nutzt Facebook andere Informationen, um herauszufinden, in welche Meldungen ein genauer Blick lohnt. Eine dieser Informationen ist das Trust Rating. Facebook hat der Post nicht alle Faktoren mitgeteilt, die in die Wertung einfließen. Wenn aber ein Nutzer diverse Inhalte regelmäßig als falsch meldet und diese Meldung wird durch einen Facebook-Mitarbeiter bestätigt, dann streigt der Trust Score dieses Nutzers. Wenn hingegen Beiträge als falsch gemeldet werden, die eigentlich wahr sind, sinkt der Score.

Tessa Lyons, Produktmanagerin bei Facebook formulierte es so: „Oft melden Menschen gewisse Beiträge als falsch, bloß weil sie ihnen nicht zustimmen.“ Das solle in Zukunft nicht dazu führen, dass Inhalte grundlos entfernt werden.

Gefährlicher Trust Score?

In diesem Sinne wäre es eigentlich weniger ein Trust Score als ein Faktencheck-Score. Und der Titel tut dem System keinen Gefallen. Denn Facebook muss vorsichtig sein, welche weiteren Informationen zum Steigen oder Sinken des Trust Scores beitragen und wie sie zu verwenden sind.

Gegenüber Gizmodo ruderte Facebook ein wenig zurück und sagte, dass dieses System nur ein Teil der Maßnahmen zur Bekämpfung von Falschmeldungen im Netz sei. So sollen die Nutzer davor geschützt werden, auf falsche Informationen und meinungslenkende Inhalte hereinzufallen.

Fehlende Transparenz

Im April veröffentlichte die Columbia Journalism Review einen Report, der einen genauen Blick auf den Fakten-Check bei Facebook erlaubte. Einige personelle Fakten-Checker seien frustriert über die mangelnde Transparenz bei Facebook. Es sei nicht klar, wie Facebook festlegt, welche Nachrichten angezeigt werden und welche auszublenden sind und in welcher Reihenfolge. Schlussendlich liegt die gesamte Gewalt über die angezeigten Inhalte doch nur bei Facebook, das entscheiden muss, welche Beiträge an erster Stelle stehen. Und ob diese Kriterien im Sinne der Wahrheit oder eher der Finanzen sind, steht in den Sternen.

Quellen:

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